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Trauer

Trauer ist Liebe

… ist die Kraft der Hoffnung als Polarität dem Zweifel gegenüber. Der Kampf ist die Trauer, das Ringen im Raum zwischen Materie und Geist. Final wird die Gewissheit nach der Herzens-Erkenntnis dem Zweifel den finalen Exitus bereiten. Auf dem Weg zwischen Materie und Geist manifestieren sich jedoch beide als notwendig um der Willensfreiheit, der zentralen Bedingung der Liebe, die Möglichkeit der Stellungnahme zu bieten.

Ewigkeit

Die Ewigkeit der Liebes- bzw. Glückserfahrung kann der Mensch nur im mystisch-religiösen Kontext einfangen, nämlich im Erleben der persönlichen Geborgenheit in der ewigen Liebe Gottes und/oder seines Du’s, worin der Mensch die einzig mögliche Antwort auf seinen tiefsten Wunsch, ewig und glücklich zu sein, einlösen kann. Der erlebte Besitz dieses ewigen Grundes erhöht nicht nur das Selbstwertgefühl des Menschen, sondern gestattet ihm neben einer integralen Persönlichkeitsentfaltung sogar altruistische Verhaltensformen, zumal er auch im anderen einen ewigen Grund erkennt und zudem weiß, dass Gottes Reich letztlich nicht von dieser Welt, also geheiligt von dieser Welt ist.

So sagte der Philosoph Gabriel Marcel, „den nächsten wahrhaft lieben heißt, zu ihm zu sagen, DU wirst niemals sterben“. Und man kann noch hinzufügen: „In Dir nicht und in mir nicht“.

Dieses Bewußtsein der persönlichen Ewigkeit hilft zu tragen, wo man sonst zusammenbricht, und zu hoffen, wo man sonst resigniert. So kann der in Gott geborgene Mensch in seinem Lebensvollzug trotzt aller Widrigkeiten hoffend sprechen:

„Ich sehe den Herrn beständig vor mir, er steht mir zu Rechten, dass ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Fleisch wird in der Hoffnung ruhen; denn Du gibst mich nicht der Totenwelt preis, noch lässt Du Deinen Heiligen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege des Lebens, du erfüllst mich mit Freude vor Deinem Angesicht.“ (Apg. 2,25-28; Ps 16,8-11)

Liebe

YOU are my beloved one

Die personale Ganzheit kommt in der Liebe, in der Duung des Ichs, zum Ausdruck bzw. in der Erfahrung des Selbst, des Du als Selbst des Ichs, verbunden mit dem Empfinden von Glück. Mag der Gegenstand der Liebe auch verschiedene Inhalte haben – Eltern, Kinder, Freunde, Natur, das Wahre, das Schöne oder Gott – so besteht der Wesenskern der Liebe doch immer in der Identifikation des Ichs bzw. des personalen Selbst mit dem außerpersönlichen Wesen, das in der Lage ist, das Glücks- und Ganzheitsempfinden hervorzurufen. Daher besetzt die tiefste Liebe das Selbst mit dem Empfinden des Glücks, das von da an über Raum und Zeit geheiligt ist.

Diese Vergessenheit von Raum und Zeit hat Friedrich Nietzsche in Beschreibung der irdischen Liebe so treffend in die Wort gefaßt: „Jede Lust, will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit.“

Wer sich tiefer mit dem geheiligten Raum zwischen Ich und Du befassen möchten, dem sei das epochale Werk „Ich und Du“ von Martin Buber ans Herz gelegt! Einen sehr guten Einstieg bietet folgenden ORF Beitrag über Martin Buber.