GW JG. 2011

GRENZGEBIETE DER WISSENSCHAFT (GW)

60. Jahrgang  –  2011  –  Innsbruck: Resch

Vollständige Scans der Grenzgebiete 2011


Grenzgebiete der Wissenschaft – Jahrgang 2011 – Heft 1

Grenzgebiete der Wissenschaft – Jahrgang 2011 – Heft 2

Grenzgebiete der Wissenschaft – Jahrgang 2011 – Heft 3

Grenzgebiete der Wissenschaft – Jahrgang 2011 – Heft 4

Leitartikel:

GW 2011-1
Resch, Andreas: 60 Jahre Grenzgebiete der Wissenschaft (Editorial)
Resch, Andreas: Das Unsterblichkeitsproblem 59
White, Rhea Amelia: Erfahrungszentrierter Zugang zur Parapsychologie 33
Zahlner, Ferdinand: Reizwort „Paraphänomene“. Kritische Überlegungen und begriffliche Klarstellungen 11

GW 2011-2
Resch, Andreas: Das Grabtuch von Turin (1). Neueste Forschungsergebnisse 149
Schäfer, Lothar: Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis (Teil 1) 99
Zahlner, Ferdinand: Para-Phänomene im Ereignishorizont von Mystik und Wunder 125

GW 2011-3
Andreas, Resch: Das Grabtuch von Turin (2). Körperabdruck und Körperbild 247
Schäfer, Lothar: Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis (Teil 2) 195
Zahlner, Ferdinand: Paranormale Blut- und Tränenphänomene im religiösen Kontext 221

GW 2011-4
Haraldsson, Erlendur / Gerding, Johan L. F.: Brände in Kopenhagen und Stockholm. Indridasons und Swedenborgs Fernwahrnehmung (in der Übersetzung von Manfred Poser) 291
Resch, Andreas: Unsere Liebe Frau von Guadalupe 307
Rodríguez Guerrero, José: Einige unbekannte Fakten zum Verhältnis von Alchimie und Mythologie 331

Diskussionsforum:
Homöopathie im Kreuzfeuer. „Massen-Überdosis“-Aktion gescheitert 85
Die Amygdala als Sitz der Angst? 86
Quantenwirklichkeit? Bemerkungen zu: Lothar Schäfer, Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis, Teil 1 und 2 (A. Müller) 355

Aus Wissenschaft und Forschung:
International Workshop on the Scientific Approach to the Acheiropoietos Images 357
Unverständliche „Botschaft“ der russischen Marssonde? 359

Dokumentation:
Martin Johnson (1933-2011) 360
Zum 10. Todestag des Physikers Burkhard Heim (1925-2001) 87

Nachrichten:
Theo Locher (1921-2010) 91
Thorwald Dethlefsen (1946-2010) 91

Bücher und Schriften:
Reinhold Breil: Die Grundlagen der Naturwissenschaft. Zu Begriff und Geschichte der Wissenschaftstheorie (A. Resch) 367
Peter Busch / Jürgen K Zangenberg (Hg.): Lucius Annaeus Cornutus: Einführung in die griechische Götterlehre (A. Resch) 191
Gerhard Fartacek: Unheil durch Dämonen? Geschichten und Diskurse über das Wirken der Ǧinn; eine sozialanthropologische Spurensuche in Syrien (A. Resch) 373
Wolfram Frietsch: Die Illuminaten: Geschichte, Herkunft, Ziele (A. Resch) 362
Georg Gasser / Josef Quitterer (Hg.): Die Aktualität des Seelenbegriffs (A. Resch) 189
Stephan Günzel (Hg.): Raum: ein interdisziplinäres Handbuch (A. Resch) 186
Patrick Hersperger: Kirche, Magie und „Aberglaube“: Superstitio in der Kanonistik des 12. und 13. Jahrhunderts (A. Resch) 92
William James: Der Sinn des Lebens: ausgewählte Texte (A. Resch) 365
Wolfgang Lutz (Hg.): Lehrbuch Psychotherapie (A. Resch) 188
Esther Meier: Handbuch der Heiligen (A. Resch) 370
Peter Reiter: Der Seele Grund: Meister Eckhart und die Tradition der Seelenlehre (A. Resch) 375
Gerhard Scharbert: Dichterwahn: über die Pathologisierung von Modernität (A. Resch) 368
Lutz van Duk: Auf Leben und Tod: wie in der Welt gestorben wird (A. Resch) 372
Illobrand von Ludwiger: Burkhard Heim: das Leben eines vergessenen Genies (A. Resch) 184 Melvyn Willin: Geister: unglaubliche Bilder auf dem Prüfstand; Fotografien des Übersinnlichen (A. Resch) 94
Héctor Wittwer / Daniel Schäfer / Andreas Frewer (Hg.): Sterben und Tod: Geschichte – Theorie – Ethik. Ein interdisziplinäres Handbuch (A. Resch) 95
Sandra Würtenberger: Homöopathielegitimation aus wissenschaftsphilosophischer Sicht: vom vorwissenschaftlichen Phänomen zum technowissenschaftlichen Forschungsgegenstand (A. Resch) 364

GW 2011/1

LEITARTIKEL / Abstracts

ZAHLNER, FERDINAND: Reizwort „Paraphänomene“. Kritische Überlegungen und begriffliche Klarstellungen. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 11 – 32

Außergewöhnliche, sog. paranormale Erscheinungen sowohl in der Natur als auch in der physischen und psychischen Erfahrungswirklichkeit des Menschen werden seit altersher berichtet. Sie stehen als irrationale Erscheinungen in einem defensiven weltanschaulichen Spannungsfeld und bilden eine Provokation gegenüber den Ansprüchen nüchterner Naturwissenschaft mit ihrem reduktionistischen Weltbild, einer rein rational orientierten Psychologie sowie auch angesichts einer reserviert-kritischen Theologie. Deshalb sind diese sog. Paraphänomene im Gegensatz zu den anerkannten Orthophänomenen für viele Wissenschaftler ein Reizwort und werden hinsichtlich ihrer möglichen Existenz entweder überhaupt geleugnet oder aber ignoriert bzw. als Trick, Illusion oder Betrug interpretiert, und die Beschäftigung damit wird als Pseudowissenschaft hingestellt. Dessen ungeachtet versucht die junge Wissenschaft der Paranormologie diese noch kaum erforschten Phänomene im Bereich von Physis, Bios, Psyche und Pneuma in den Raum besonnener, transzendenzoffener Kritik zu stellen; dabei ist daran festzuhalten, dass sie als Erscheinungen der menschlichen Erfahrung natürliche und nicht übernatürliche Phänomene sind. Zu ihrer psychogenen Erklärung wurde eine sog. PSI-Fähigkeit als Arbeitshypothese postuliert.
Des Weiteren wird versucht, Parapsychologie und Paranormologie als berechtigte Wissenschaften gegen abergläubische Einstellungen und unkritische, weltanschauliche Grundhaltungen inhaltlich abzugrenzen, wie sie in den verschiedenen Spielarten von Okkultismus, Spiritismus, Esoterik und New Age als Lebens- und Denkformen von vielen Zeitgenossen in Vergangenheit und Gegenwart oft als Religionsersatz praktiziert wurden und werden.

Anomalistik
Esoterik
Motorische Phänomene
New Age
Okkultismus
Orthophänomene
Paraphänomene
Parabiologie
Paranormologie
Paraphysiologie
Parapneumatologie
Parapsychologie
Pseudoparanormal
Pseudowissenschaft
PSI-Hypothese
Sensorische Phänomene
Spiritismus

ZAHLNER, FERDINAND: Paraphenomena as an „emotive word“. Critical reflections and conceptual clarification.Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 11 – 32

Extraordinary or so-called paranormal phenomena occurring in nature as well as in physical and psychical human experience have been reported from time immemorial. As irrational phenomena they are caught between different ideological views and mean a provocation to natural science with its reductionist philosophy, to a purely rational psychology as well as a reserved and critical theology. This is why the paranormal phenomena, in contrast to the generally accepted orthophenomena, are an emotive word for many scientists the existence of which is either denied at all or ignored or interpreted as trick, illusion or fraud; and so their study is considered as pseudoscience. Nevertheless, the young science of paranormology tries to put these scarcely researched phenomena in the realm of physis, bios, psyche and pneuma up for thoughtful discussion that is open for transcendence. It has to be observed, however, that as phenomena of human experience they are natural phenomena and not supernatural phenomena. In order to explain them from a psychogenic point of view a so-called psi-ability was postulated as a working hypothesis.
Moreover, it is tried to point out the demarcation line between parapsychology and paranormology as legitimate sciences and superstitious views and uncritical fundamental attitudes as they were and still are practised as individual forms of life and thought in the sense of a religion substitute by many contemporaries in the different types of occultism, spiritism, esoterics and New Age.

Anomalistics
esoterics
motor phenomena
New Age
occultism
orthophenomena
paraphenomena
parabiology
paranormology
paraphysiology
parapneumatology
parapsychology
pseudo-paranormal
pseudoscience
psi-hypothesis
sensory phenomena
spiritism

WHITE, RHEA AMELIA: Erfahrungszentrierter Zugang zur Parapsychologie. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 33 – 57

Rhea A. White, die Gründerin des Parapsychology Sources of Information Center und Herausgeberin der 14 Bände von Exceptional Human Experience Studies, befasst sich in diesem Beitrag, der postum veröffentlicht wird, mit der wissenschaftlichen Methode der Parapsychologie. White erörtert darin das Scheitern der experimentellen Methode und spricht sich stattdessen für den Einsatz von nicht-experimentellen Methoden aus, die sie einzeln beschreibt: Befragungstechnik, Längsschnittuntersuchungen, individuelle Fallstudien, Teilnehmer-Beobachter-Ansatz, phänomenologischer Ansatz und erfahrungsorientierte Methode.

Befragungstechnik
Bewusstseinsformen
Erfahrungsorientierte Methode
Fallstudien
Längsschnittuntersuchungen
Methodik
Parapsychologie
Phänomenologischer Ansatz
Teilnehmer-Beobachter-Ansatz

WHITE, RHEA AMELIA: An experience- centered approach to parapsychology. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 33 – 57

In this posthumously published article Rhea A. White, the foundress of the Parapsychology Sources of Information Center and editor of 14 volumes of Exeptional Human Experience Studies, deals with the scientific method of parapsychology. She discusses the failure of the experimental method, pronouncing herself in favour of the use of non-experimental methods which she describes in a detailed way: survey method, longitudinal approach, individual case studies, participant-observer-approach, phenomenological approach and experiental method.

Case studies
consciousness, forms of
experiental method
longitudinal approach
methodology
parapsychology
participant-observer-approach
phenomenological approach
survey method

RESCH, ANDREAS: Das Unsterblichkeitsproblem. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 59 – 83

Ausgehend von Gerda Liers zweibändigem Werk „Das Unsterblichkeitsproblem“ werden die diesbezüglichen Aussagen aus Wissenschaft und Forschung im historischen Kontext und in der gegenwärtigen Diskussion zu folgenden Themen behandelt: Ist der Mensch nur Materie oder auch Geist? Was versteht man unter Evolution und Zufall und was sagt die Verhaltensforschung? Wie lauten die physikalischen und naturphilosophischen Aussagen zum Unsterblichkeitsproblem? Welchen Stellenwert nimmt dabei die Mathematik ein? Lassen schließlich die Dimensionen des Bewusstseins auf eine postmortale Persona schließen?
Fazit: Die wissenschaftlichen Argumente gegen die Unsterblichkeit können die Argumente für die Unsterblichkeit nicht aufwiegen.

Behaviorismus
Bewusstsein
Evolution
Geist
Kopenhagener Deutung
Materie
Mehrdimensionalität
Postmortale Persona
Raumphilosophie
Raum-Zeit
Seele
Synthetische Theorie
Unsterblichkeit
Zufall

RESCH, ANDREAS: The question of immortality. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 1, 59 – 83

This article is based on the two volumes written by Gerda Lier on the problem of immortality and deals with the different statements of science made on this topic in a historical context as well as in the present discussion, arguing the following questions: Is man just matter or mind, too? What is meant by evolution and chance and what are the arguments of behavioural science? What are the arguments of physics and natural philosophy on the question of immortality? What’s the role of mathematics in it? Do the dimensions of consciousness point to a postmortal persona?
Conclusion: The arguments of science against immortality cannot cancel out the arguments for immortality.

Behaviourism
chance
consciousness
Copenhagen Interpretation
evolution
immortality
matter
mind
multidimensionality
philosophy of space
postmortal persona
soul
space-time
synthetic theory

RUBRIKEN

Diskussionsforum:
Homöopathie im Kreuzfeuer. „Massen-Überdosis“-Aktion gescheitert
Die Amygdala als Sitz der Angst?

Dokumentation:
Zum 10. Todestag des Physikers Burkhard Heim (1925-2001)

Nachrichten:
Theo Locher (1921-2010)
Thorwald Dethlefsen (1946-2010)

GW 2011/2

SCHÄFER, LOTHAR: Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis (Teil 1). Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 99 – 123
(Zusammenfassung in GW 3)

ZAHLNER, FERDINAND: Para-Phänomene im Ereignishorizont von Mystik und Wunder. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 125 – 148

Im Kontaktfeld von religiöser Erfahrung im Bereich der Mystik und paranormologischer Realität gibt es außergewöhnliche Phänomene, deren Deutung und Wertung meist ambivalent ist. Diese kommen sowohl im religiös-christlichen als auch im profanen Erfahrungsbereich vor. Im Beitrag werden vor allem paranormale Ereignisse zur Diskussion gestellt, die sich auf lebende, namentlich heilige Personen beziehen, (Bilokation, Levitation, Inedie).
Weiters werden unterschiedliche Auffassungen des Begriffs ‚Wunder‘ dargestellt sowie ihre Problematik und Bedeutsamkeit an konkreten außergewöhnlichen Heilungen aufgewiesen. Hinsichtlich einer Erklärbarkeit von Wundern und Wunderheilungen ist zu unterscheiden zwischen den innerweltlichen Phänomenen an sich und der eventuell vorliegenden übernatürlichen Verursachung. Eine diesbezügliche Bewertung liegt jedoch nicht mehr im Kompetenzbereich der Naturwissenschaft, sondern im Zuständigkeitsbereich der Theologie (z. B. Heilungswunder von Lourdes, Wunder im Heiligsprechungsverfahren). Dabei ist in Erwägung zu ziehen, dass sich der transzendente Gott für sein Handeln auch immanenter Zweitursachen bedienen kann.

Bilokation
Energiekörper
Levitation
Lichtnahrung
Lourdes
Mystik
Nahrungslosigkeit (Asitie, Inedie)
Semitranszendenz
Spontanremission
Wunder
Wunderheilung

ZAHLNER, FERDINAND: Paraphenomena in the event horizon of mysticism and miracle. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 125 – 148

In the contact field of religious experience in the sphere of mysticism and paranormological reality there exist extraordinary phenomena the interpretation and evaluation of which is mostly ambivalent. They occur in the religious-Christian context as well as in a secular context. This essay, above all, discusses paranormal events that refer to living i. e. holy persons (bilocation, levitation, inedia).
Furthermore, different views of the concept of ‚miracle‘ are debated and their problems and importance is shown by referring to specific extraordinary healings. As far as the explicability of miracles and miraculous healings is concerned, one has to distinguish between the natural phenomena as such and a possible supernatural causation. However, this kind of evaluation is no longer within the responsibility of natural science, but is a matter for the theologians (e. g. healing miracles of Lourdes, miracles in the context of canonization processes). All in all, it is to take into consideration that the transcendent God may also make use of second causes for his interventions.

Bilocation
energy body
inedia
levitation
Lourdes
miracle
miraculous healing
mysticism
pranic nourishment
semi-transcendence
spontaneous remission / healing

RESCH, ANDREAS: Das Grabtuch von Turin (I). Neueste Forschungsergebnisse. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 149 – 181
(Zusammenfassung in GW 3)

RUBRIKEN

Aus Wissenschaft und Forschung:
SETI-Projekt vorerst auf Eis gelegt
Der Placebo-Effekt

GW 2011/3

SCHÄFER, LOTHAR: Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 3, 195 – 220

Dieser Aufsatz beschreibt die Verknüpfung der physikalischen Wirklichkeit mit dem Bereich der Göttlichen Wirklichkeit. Durch die Art und Weise, wie sie die Wirklichkeit beschreibt, hat sich die Quantentheorie in den Bereich der geistlichen Lehren der Philosophia Perennis begeben: die Ganzheit der Wirklichkeit, deren Strukturierung in Potentialität und Aktualität, die Entdeckung eines nichtempirischen Bereichs der physikalischen Wirklichkeit und das Wirken kosmischer Prinzipien in unserem Bewusstsein – all das sind Begriffe, die in den geistlichen Lehren unserer Kulturgeschichte immer wieder im menschlichen Bewusstsein zum Vorschein gekommen sind: in verschiedenen Kulturen, seit tausenden von Jahren und überall in der Welt. Die Bedeutung dieser Kongruenz für ein integrales Verständnis der menschlichen Natur, unserer Abstammung und unserer kosmischen Bestimmung wird genauer erörtert.

Archetypen
Aristotelische Potentialität
Augustinus
Bewusstsein
Die Beugung von Masseteilchen
Doppelspalt
Elektronenbeugung
Emanation
Ganzheit der Wirklichkeit
Innere Bilder
Interferenzmuster
Integrales Denken
Kaschmirischer Shivaismus
Kosmische Bestimmung
Meister Eckhart
Nicht-materielle Wirklichkeit
Philosophia Perennis
Quantentheorie
Quantenzustände
Schrödinger´s Wellenmechanik
Spanda
Sufismus
Theologia Naturalis
Transempirische Wirklichkeit
Transmaterielle Formen
Übergangswahrscheinlichkeiten
Virtuelle Zustände

SCHÄFER, LOTHAR: Quantum reality and the Philosophia Perennis. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 3, 195 – 220

This paper describes the connection between physical reality and Divine reality. By the manner in which it describes the nature of physical reality, quantum theory has placed itself into the center of the spiritual teaching of Perennial Philosophy: the wholeness of reality, its structure of potentiality and actuality, the discovery of a non-empirical realm of physical reality, and the activities of cosmic principles in the human mind – all these are concepts, which have appeared in the spiritual teachings of our history, again and again, for thousands of years, in different cultures and everywhere in the world. The significance of this congruence for our understanding of human nature, of our evolution and the human cosmic destiny are discussed.

Archetypes
Aristotelian Potentiality
Augustine of Hippo
consciousness
cosmic destiny
diffraction of material particles
double-slit
electron diffraction
emanation
inner images
integrative thinking
interference patterns
Kashmir Shivaism
Meister Eckhart
non-empirical reality
Philosophia Perennis
quantum states
quantum theory
Schrödinger’s wave mechanics
spanda
sufism
Theologia Naturalis
transempirical reality
transition probabilities
transmaterial forms
virtual states
wholeness of reality

ZAHLNER, FERDINAND: Paranormale Blut- und Tränenphänomene im religiösen Kontext. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 3, 221 – 245

Der Beitrag befasst sich mit dem weit gefächerten, nur in wenigen Fällen wissenschaftlich gesicherten Phänomenbereich sog. ‚Blutwunder an religiösen Kultobjekten‘ sowie mit deren emotionalem Zusammenhang mit bestimmten Bezugspersonen. Ausgehend von verschiedenen Beispielen werden zunächst Fakten angeführt und mögliche Deutungen aus der Sicht der Paranormologie in Erwägung gezogen. Trotz einer Prävalenz zugunsten einer subjektiven, psychogenen Deutungsebene kann und soll – je nach Phänomenlage des außergewöhnlichen Einzelereignisses – eine übernatürliche Interpretation in Bezug auf letzte Wirkursachen nicht ausgeschlossen werden. Nur auf eine solche kann sich eine offizielle Anerkennung bzw. Ablehnung durch kirchenamtliche Stellen beziehen. Solche Entscheidungen wurden jedoch nur in wenigen Fällen gegeben, weshalb noch ein weites Feld der paranormologischen Forschung vorbehalten bleibt.

Blutwunder
Bolsena
Eucharistische Wunder
Hostienpilz
Hostienwunder
Januarius von Neapel
Juan Diego
Lakrimation
Lanciano
Limpias
Madonna von Guadalupe
Nazzour, Myrna
Ölwunder
Tränenphänomene
Vachère de Grateloup
Weinende Bilder und Statuen

ZAHLNER, FERDINAND: The paranormal phenomena of (blood-)weeping statues / pictures in a religious context.Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 3, 221 – 245

The author discusses the wide range of „blood miracles with religious objects“, only a few of which have been scientifically confirmed, as well as with their emotional relationship to definite persons. On the basis of diverse examples, first of all, the facts are given and possible interpretations from a paranormological view are considered. Though a subjective, psychogenic interpretation is prevailing, a supernatural interpretation – depending on the individual type of phenomenon – is not to be excluded as far as the ultimate causa efficiens is concerned. An official recognition or rejection by the Church can only refer to this last kind of interpretation. However, until now such decisions have been rare. Thus, a wide field of investigation is still left to paranormological research.

Bacterium prodigiosum
blood miracle
Bolsena
eucharistic miracle
holy bread miracle
Juan Diego
lacrimation
Lanciano
Limpias
Madonna of Guadalupe
Nazzour, Myrna
oil miracle
Saint Januarius of Naples
tear phenomenon
Vachère de Grateloup
weeping pictures and statues
RESCH, ANDREAS: Das Grabtuch von Turin. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 149 – 181; 3, 247 – 288

Nach den neuesten Forschungen ist das Grabtuch von Turin Träger von Blut und anderen Spuren eines Leichnams sowie Träger des Körperbildes eines Gekreuzigten ohne jede Form von Farbpigmenten.
Das Tuch gelangte von Jerusalem über Antiochien, Edessa, Konstantinopel und Frankreich nach Turin.
Der Abdruck des Leichnams mit den vielfältigen Blutspuren entstand vor dem Körperbild, das die Vorder- und Rückseite eines gekreuzigten Mannes zeigt, keinerlei Farbpigmente aufweist und durch keine Technik nachgebildet werden kann.

Turiner Grabtuch
Körperabdruck /Turiner Grabtuch
Körperbild /Turiner Grabtuch

RESCH, ANDREAS: The Shroud of Turin. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 2, 149 – 181; 3, 247 – 288

According to the latest research the Shroud of Turin shows traces of the blood as well as other traces of a corpse and also bears the image of a crucified man without any form of colour pigments.
The linen came from Jerusalem via Antioch, Edessa, Constantinople and France to Turin.
The imprint of the corpse with the diverse blood traces originated before the body image was formed which shows the front and the reverse side of a crucified man, has no colour pigments and cannot be reproduced by any technique.

Body image /Turin Shroud
body imprint /Turin Shroud
Shroud of Turin

GW 2011/4

HARALDSSON, ERLENDUR / JOHAN L. F. GERDING: Brände in Kopenhagen und Stockholm – Indridasons und Swedenborgs Fernwahrnehmung [in der Übersetzung von Manfred Poser]. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 291 – 306

Dieser Aufsatz stellt zwei historische Fälle von Fernwahrnehmung vor. Das isländische Medium Indridi Indridason beschrieb 1905 in Reykjavik durch einen Drop-in-Kommunikator einen Brand in Kopenhagen, Emanuel Swedenborg 1759 in Göteborg ein Feuer in der Nähe seiner Wohnung in Stockholm. Die beiden Fälle, die sich in einer Epoche ohne telegrafische Verbindungen abspielten, weisen verblüffende Parallelen auf. Die Stichhaltigkeit der Berichte wurde bestätigt, als die Nachricht der Brände in Reykjavik und Göteborg eintraf. Indridasons Kommunikator sprach Kopenhagener Dänisch und gab seinen Namen als Jensen an. Er schilderte den Brand einer Fabrik, der während der Séance ausgebrochen sei. Deren Teilnehmer hinterlegten schriftliche Bekundungen, und auch der Göteborger Fall wurde dokumentiert. Eine dänische Zeitung, die später in Reykjavik eintraf, berichtete über ein Feuer in einer Fabrik in Store Kongensgade. Erst ein Jahrhundert danach stieß man in dänischen Archiven auf einen Fabrikanten namens Emil Jensen, der die meiste Zeit seines Lebens in Store Kongensgade verbracht hatte.

Drop-in-Kommunikator
Fernwahrnehmung
Indridason, Indridi
Kant, Immanuel
Mediumschaft
Swedenborg, Emanuel

HARALDSSON, ERLENDUR / JOHAN L. F. GERDING: Fire in Copenhagen and Stockholm. Indridason’s and Swedenborg’s „Remote Viewing“ Experiences. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 291 – 306

Two historical cases of remote viewing are presented. The Icelandic medium Indridi Indridason described in Reykjavik, in 1905, through a drop-in-communicator, a fire that was burning in Copenhagen. In 1759, in Gothenburg, Emanuel Swedenborg described a fire that raged near his home in Stockholm. There are striking similarities between the two cases which took place before radio or telephone communication existed between the cities in question. The correctness of the descriptions was verified later when news arrived in Gothenburg and Reykjavik. Indridason’s communicator spoke a Copenhagen Danish, gave his name as Jensen and claimed to have been a manufacturer. He described a fire in a factory that was taking place during the sitting. Many persons witnessed these descriptions, and written accounts were deposited. A Danish newspaper arrived weeks later described a fire in a factory at Store Kongensgade. Indridason’s researchers did not attempt to verify Jensen´s identity. A search done in Danish archives a century later identified an Emil Jensen, a manufacturer, who had lived most of his life at Store Kongensgade.

Drop-in communicator
Indridason, Indridi
Kant, Immanuel
mediumship
remote viewing
Swedenborg, Emanuel

RESCH, ANDREAS: Unsere Liebe Frau von Guadalupe. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 307 – 329

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Mexiko gehört zu jenen Bildern, die „nicht von Menschenhand“ gemacht sind. Sowohl die Entstehung des Bildes als auch das Bild selbst entziehen sich bis heute jeder Erklärung. Im vorliegenden Beitrag, der vor allem auf den Untersuchungen des Mexikaners José Carlos Espriella Godínez basiert, werden die Geschichte des Bildes, die nicht farbgestützte Darstellung sowie die einzelnen Symbole eingehend beschrieben und durch zahlreiche Bildausschnitte untermauert. Der Beitrag gibt einen sehr umfassenden Einblick in das Geheimnis des Gnadenbildes des großen mexikanischen Heiligtums.

Guadalupe
Juan Diego
Marienerscheinung
Mexiko
nicht von Menschenhand
Tilma

RESCH, ANDREAS: Our Lady of Guadalupe. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 307 – 329

The image of Our Lady of Guadalupe in Mexico belongs to the category of „Acheiropoietos“, images that are „not made by hands“. Up to now, the formation of the image as well as the image itself have defied any explanation. The article, which is, above all, based on the investigations of the Mexican José Carlos Espriella Godínez, offers a detailed description of the history of the image, of its representation without colours as well as of the individual symbols, and is supported by extensive image material. It provides the reader with a broad insight into the mystery of the well-known Mexican sanctuary.

Acheiropoietos
Guadalupe
Juan Diego
Marian apparition
Mexico
Tilma

GUERRERO, JOSÉ RODRÍGUEZ: Einige unbekannte Fakten zum Verhältnis von Alchimie und Mythologie.Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 331 – 354

Alchemie und Mythologie werden heute oft in den Einheitstopf von Magie oder Esoterik geworfen. Dies entspricht jedoch nicht den historischen Tatsachen, wie dieser Beitrag zeigt. Die Alchemie hat sich vielmehr erst nach dem 9. Jh. mit der Mythologie befasst. Die ersten alchemistischen Interpreten, welche die wörtliche Bedeutung der Mythen durch eine andere ersetzten, haben, wie José Rodríguez Guerrero anhand von Quellenmaterial darlegt, die mythologischen Gestalten, Handlungen und Zusammenhänge als Versinnbildlichung alchemistischer Methoden und Erfahrungen gedeutet.

Alchimie
Homer
Ibn Umail
Mythologie
Spätantike
Symbole, alchimistische

GUERRERO, JOSÉ RODRÍGUEZ: Some unknown aspects in the relationship between alchemy and mythology.Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 60 (2011) 4, 331 – 354

In modern times, alchemy and mythology have been frrequently lumped together with magic or esotericism. However, as this article shows, this is inconsistent with the historical facts, for alchemy did not concern itself with mythology before the 9th century. As José Rodríguez Guerrero explains from source material, the first alchemist interpreters, who replaced the literal meaning of the myths by another one, understood the mythological figures, actions and relationships as a symbolization of alchemical methods and experiences.

Alchemy
Homer
Ibn Umail
late antiquity
mythology
symbols, alchemical

RUBRIKEN

Diskussionsforum:
Quantenwirklichkeit? Bemerkungen zu: Lothar Schäfer, Die Quantenwirklichkeit und die Philosophia Perennis, Teil 1 und Teil 2 (A. Müller)

Aus Wissenschaft und Forschung:
International Workshop on the Scientific Approach to the Acheiropoietos Images
Unverständliche „Botschaft“ der russischen Marssonde?

Dokumentation:
Martin Johnson (1933-2011)