Ewigkeit

Die Ewigkeit der Liebes- bzw. Glückserfahrung kann der Mensch nur im mystisch-religiösen Kontext einfangen, nämlich im Erleben der persönlichen Geborgenheit in der ewigen Liebe Gottes und/oder seines Du’s, worin der Mensch die einzig mögliche Antwort auf seinen tiefsten Wunsch, ewig und glücklich zu sein, einlösen kann. Der erlebte Besitz dieses ewigen Grundes erhöht nicht nur das Selbstwertgefühl des Menschen, sondern gestattet ihm neben einer integralen Persönlichkeitsentfaltung sogar altruistische Verhaltensformen, zumal er auch im anderen einen ewigen Grund erkennt und zudem weiß, dass Gottes Reich letztlich nicht von dieser Welt, also geheiligt von dieser Welt ist.

So sagte der Philosoph Gabriel Marcel, „den nächsten wahrhaft lieben heißt, zu ihm zu sagen, DU wirst niemals sterben“. Und man kann noch hinzufügen: „In Dir nicht und in mir nicht“.

Dieses Bewußtsein der persönlichen Ewigkeit hilft zu tragen, wo man sonst zusammenbricht, und zu hoffen, wo man sonst resigniert. So kann der in Gott geborgene Mensch in seinem Lebensvollzug trotzt aller Widrigkeiten hoffend sprechen:

„Ich sehe den Herrn beständig vor mir, er steht mir zu Rechten, dass ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Fleisch wird in der Hoffnung ruhen; denn Du gibst mich nicht der Totenwelt preis, noch lässt Du Deinen Heiligen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege des Lebens, du erfüllst mich mit Freude vor Deinem Angesicht.“ (Apg. 2,25-28; Ps 16,8-11)