Feuerländer

Sammelbezeichnung für die heute ausgestorbenen Bewohner des südlichsten Südamerika. Anfang des 20. Jahrhunderts fanden die F. im Zusammenhang mit der These des Urmonotheismus bei den sog. „Altkukulturen“ Beachtung, zu denen man auch die F. zählte. Sie glaubten an ein dem Menschen weitgehend entrücktes Höchstes Wesen, das unsichtbar, allmächtig und allgegenwärtig im Himmel thronte. Dazu kamen Kulturheroen, die in seinem Auftrag die Schöpfung vollendeten und Geistwesen, wie z.B. die Speziesgeister der Meerestiere, die eine wichtige Rolle bei der kollektiven Initiation und als Schutzgeister der religiösen Mittler spielten, deren Aufgabe vor allem in der Krankenheilung, Weissagung, Wetterkontrolle und Nahrungsbeschaffung bestand.
Mädchen und Knaben wurden bei Eintritt der Pubertät in einem großen Fest initiiert. Geheime Männerfeiern, bei denen die Männer als Geister auftraten, erinnerten an das urzeitliche Ende der Frauenherrschaft (Matriarchat), die sich auf solche Feiern gestützt haben soll.

Lit.: Gusinde, Martin: Die Feuerland-Indianer. Ergebnisse meiner vier Forschungsreisen in den Jahren 1918 bis 1924, unternommen im Auftrage des Ministerio de Instrucción Pública de Chile; in drei Bänden. Wien/Mödling: Verlag der Internationalen Zeitschrift Anthropos, 1931-1974.
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