Freischütz

Gestalt aus dem Volksglauben, die durch die gleichnamige Oper von Carl Maria von Weber (1786-1826) bekannt wurde. Der F. bezeichnet einen Schützen, der über magisch beeinflusste Kugeln (sog. Freikugeln) verfügt, die ihm der Teufel nach einer Beschwörung unter der Bedingung verschafft haben soll, dass sechs von sieben unfehlbar treffen würden, die siebente aber vom Satan oder einem seiner Dämonen gelenkt würde. Diese Vorstellung findet sich schon in einem Kapitel des Hexenhammers (Malleus Malleficarum), wonach Zauberer am Karfreitag auf ein Kruzifix schießen. Die Anzahl der Treffer bedeutet Freischüsse, d.h. täglich können sie entsprechend viele Ziele unfehlbar treffen. In einigen Jagdbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts ist ebenfalls die Rede davon. Offensichtlich gab es den Brauch, solche Kugeln mit Hilfe okkulter Rituale anzufertigen.

Lit.: Kramer, Heinrich (Institoris): Der Hexenhammer. Malleus Maleficarum. München: Dtv, 3., rev. Aufl. 2003; Kind, Friedrich: Carl Maria von Weber: Der Freischütz. Romantische Oper in drei Aufzügen. Kritische Textbuch-Edition. Hrsg. von Solveig Schreiter. München: Allitera Verlag, 2007.
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