Apeiron

Griech., „das Unbegrenzte“, das Unendliche. Zuerst von Anaximander als „Anfang und Prinzip alles Seienden“ in die Philosophie eingeführt, um das Entstehen der Dinge aus dem Unendlichen und ihr Vergehen im Unendlichen zu erklären. Das A. ist nicht nur unentstanden und unvergänglich, sondern das Göttliche schlechthin, das alles umfasst und alles lenkt. Da Unbegrenztheit im griechischen Denken vorwiegend als negativ bewertet wird, stellt Platon (Philebos 23 Cff) A. als das Schlechtere dem péras, der Grenze, gegenüber. Nach Aristoteles gibt es kein substantiell für sich bestehendes A., sondern nur eine Unbegrenztheit der Möglichkeit nach, und zwar als Abwesenheit von Begrenzung (Physik III, 7,207 b). Nach Heim ist A. die Raum- und Zeitlosigkeit.

Lit.: Die Fragmente der Vorsokratiker: griechisch und deutsch/von Hermann Diels. Hrsg. von Walther Kranz. Zürich: Weidmann, 1996; Heim, Burkhard: Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite. Innsbruck: Resch, 1996.
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