Andreas Resch: Phänomene der Paranormologie

Eine eingehende geschichtliche Analyse der verschiedenen Anschauungsformen von Welt und Mensch sowie der einschlägigen empirischen Forschung macht deutlich, dass in Welt und Mensch vier Wirkqualitäten von grundsätzlicher Bedeutung sind.

  • Physis oder die materielle Natur ganz allgemein
  • Bios oder der lebende Organismus
  • Psyche oder die Fähigkeit zu Empfinden und Fühlen
  • Pneuma oder die geistige Fähigkeit der Bildung von Allgemeinbegriffen, der Reflexion, der Intuition, der Weisheit und der Kreativität.

1. Paranormale Phänomene

Die Erforschung der Eigenart dieser vier Wirkqualitäten erfordert auch die Analyse der Grenzphänomene, die sich in den Grenzbereichen von Physis, Bios, Psyche und Pneuma, von Immanenz und Transzendenz, von Beweis und Lebenserfahrung, von Gesetzmäßigkeit und Spontanität ereignen.
Nach der Gesetzmäßigkeit der Funktionsabläufe und -strukturen unterscheidet man normale und paranormale Grenzphänomene.
Als normal gelten jene Grenzphänomene, deren Verlaufsstrukturen den bekannten Naturprozessen bzw. den anerkannten Vorstellungsmustern entsprechen.
Als paranormal sind hingegen jene Grenzphänomene zu bezeichnen, deren Verlaufsstrukturen von den bekannten Naturprozessen bzw. den anerkannten Vorstellungsmustern der Deutung von Welt und Mensch abweichen oder abzuweichen scheinen. Mit diesen Phänomenen befasst sich die Paranormologie. Sie ist darum bemüht, die genannten paranormalen Phänomene zu beschreiben, ihre Echtheit zu überprüfen, ihr Abweichen von den bekannten und anerkannten Gesetzmäßigkeiten aufzudecken und nach möglichen Gesetzmäßigkeiten und

2. Strukturierung

Da also im Bereich der paranormalen Phänomene die Ursachen zunächst noch offen sind, kann eine Gliederung der einzelnen Phänomene nur nach phänomenologischen Gesichtspunkten erfolgen, d. h. nach den dominierenden äußeren Aspekten.
Von diesem Gesichtspunkt aus bietet sich folgende Strukturierung des gesamten Gebietes der Paranormologie in die Sachgebiete Paraphysik, Parabiologie, Parapsychologie und Parapneumatologie an.
Bei der Zuweisung der einzelnen Phänomene zu einem der genannten Sachgebiete, die ihrerseits eine Reihe von Strukturen aufweisen, muss stets bedacht werden, dass es zur Eigenart der Grenzphänomene, insbesondere der paranormalen Phänomene, gehört, über ein Sachgebiet hinauszureichen und zuweilen alle genannten Sachgebiete zu involvieren. So sind auch in der vorliegenden Gliederung einige Begriffe mehrfach angeführt.