
LAZARUS (DEVASAHAYAM) PILLAI
(1712-1752)
MÄRTYRER
Heilig: 15. Mai 2022
Fest: 14. Januar
NILAK, erweitert zu NILAKANTA (Neelakandan) PILLAI wurde am 23. April 1712 in Nattalam, Distrikt Kanyakumari, im indischen Bundesstaat Tamil Nadu geboren. Er war der Sohn des Brahmanen Vasudevan Namboodhiri und der Devaki Amma von der Nair Multicast-Warrior-Gruppe.
Neelakanta wurde standesgemäß erzogen und erreichte ein bemerkenswertes kulturelles Niveau. Er beherrschte die Sprachen Tamil und Malayam und war ein Kenner der Kriegskunst. Seine Karriere begann als hoher Hofbeamter im Dienst des Marthanda Varma, Maharadscha von Travancore. Neelakanta heiratete eine junge Frau namens Bhargaviamma, die derselben Gesellschaftsschicht angehörte wie er.
1742 lernte er den französischen Marineoffizier Eustachius de Lannoy kennen. Dieser war in Kriegsgefangenschaft des Maharadscha geraten, der sein Leben verschonte unter der Bedingung, dass de Lannoy sein militärischer Berater werde und die Palastwache ausbilde. Als er begann, über den christlichen Glauben zu sprechen, freundete sich Neelakanta mit ihm an.
Wegen schlechter Verwaltung verlor Neelakanta jedoch sein Vermögen. Er war darüber sehr verbittert und fürchtete, dass ihn niemand mehr respektieren würde, wenn er einmal in der Armut gelandet war. Kapitän de Lannoy bemerkte seine Traurigkeit und drängte ihn, sich ihm anzuvertrauen. Er erklärte, dass auch sein Leiden einen Sinn habe, und erzählte ihm die Geschichte von Hiob aus der Bibel. Neelakanta bat daraufhin, Christ werden zu dürfen. Kapitän de Lannoy stellte ihm den Jesuitenpater Giovanni Battista Buttari vor, der ihn in den folgenden neun Monaten des Katechumenats begleitete. Am 14. Mai 1745 empfing Neelakanta die Taufe im lateinischen Ritus der katholischen Kirche. Er sagte: „Niemand hat mich dazu gezwungen, ich bin aus eigenem Antrieb gekommen. Ich kenne mein Herz: Er ist mein Gott und ich habe beschlossen, Ihm ein Leben lang zu folgen.“ Neelakanta erhielt den christlichen Namen Lazarus, was „Hilfe Gottes“ bedeutet, in Tamil Devasahayam.
Unverzüglich begann er damit, den Menschen um sich herum das Evangelium zu verkünden. Er erklärte, dass alle Menschen gleich seien, unabhängig von ihrer Kaste. Auch seine Frau bat um die Taufe und nahm den Namen Teresa an, in Tamil Gnanapoo Ammaal.
Doch was Lazarus verkündete, erzürnte einige Brahmanen. Am 23. Februar 1749 ließ der Maharadscha Lazarus wegen Hochverrats verhaften und befahl ihm, zum Hinduismus zurückzukehren. Er wurde in eine winzige Zelle gesperrt und in Ketten gelegt. Das am darauffolgenden Tag gefällte Todesurteil wurde zu seinem großen Leidwesen verschoben.
Lazarus erlitt verschiedene Demütigungen und körperliche Misshandlungen. So wurde er zum Beispiel zwei Wochen lang unter Trommelschlägen mit einer Blumengirlande um den Körper, was auf den hinduistischen Gott Shiva verweisen sollte, durch die Straßen der Hauptstadt des Königreiches getragen. Auf Beleidigungen antwortete er mit Gebeten.
Bei einer anderen Gelegenheit setzte man ihn auf den Rücken eines Büffels, das Reittier Yamas, der hinduistischen Gottheit des Todes. Er wurde auch mit Stöcken aus Tamarindenholz gegeißelt. Schließlich band man ihn in der Ortschaft Peruvillai an einen Baum und setzte ihn den Elementen aus.
Dennoch hörte Lazarus nicht auf zu beten, zu predigen und von der Passion Christi zu erzählen. Viele kamen, um ihm zuzuhören: Er ermutigte sie, im Glauben standhaft zu bleiben, oder er erklärte den Hindus die Grundlagen des Katholizismus. Da er auch dazu aufforderte, einem Gesetz, das Christen zusätzliche Steuern auferlegte, nicht Folge zu leisten, wurde er erneut zum Tode verurteilt. Aber auch in diesem Fall wurde das Urteil aufgehoben.
Sein letzter Ort der Gefangenschaft war Aral Kurusady (oder Aralvaimozhy) am äußersten Ende des Königreiches. Auf Geheiß des Maharadscha sollte Lazarus keine Besucher empfangen dürfen. Doch veranlasste die Nachricht von seiner Anwesenheit viele Christen aus der näheren Umgebung, ihn aufzusuchen. Auch seine Frau kam, in Tränen aufgelöst. Er verabschiedete sich von ihr und ermunterte sie, auf Jesus zu vertrauen.
Wenn auch nicht oft, so gelang es ihm doch manchmal, heimlich die Sakramente zu empfangen, vor allem in der Nacht. Seine Zeit verbrachte er mit Beten und Fasten, auch an den nicht vorgeschriebenen Tagen, und dem lauten Rezitieren religiöser Texte, insbesondere über das Leben der Heiligen.
Am 14. Januar 1752 wurde Lazarus schließlich von den Soldaten des Maharadscha erschossen. Seinen Leichnam warf man in die Bergschluchten von Kattadimalai. Nach fünf Tagen bargen einige Christen zumindest die Gebeine und bestatteten diese in der Kirche zum hl. Franz Xaver in Kottar, die später zur Kathedrale wurde.
Schon bald umgab Lazarus der Ruf der Heiligkeit und des Martyriums. Bereits 1780 richtete Kariattil Ouseph Malpan an den Heiligen Stuhl ein Ansuchen zur Heiligsprechung. Doch erlaubte es die schwierige Situation der Katholiken des lateinischen Ritus in Indien viele Jahrhunderte hindurch nicht, den Prozess über das mutmaßliche Martyrium formell einzuleiten.
Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts trieben die Diözese Kottar und die Indische Bischofskonferenz die Angelegenheit voran. Am 22. Dezember 2003 erteilte der Heilige Stuhl die Genehmigung. Vom 3. Juli 2006 bis zum 7. September 2008 fand in Kottar der Diözesanprozess statt. Am 18. März 2010 wurden die Akten der Diözesanuntersuchung bestätigt.
Einige hinduistische Historiker stellten in Frage, ob es zur Zeit der Ereignisse im Königreich Travancore tatsächlich zu einer Christenverfolgung gekommen war. Aus anderen zeitgenössischen Quellen, wie „Reise nach Ostindien“ des Karmeliten Paulinus a Sancto Bartholomaeo, geht allerdings hervor, dass der König Adelige, die zum Christentum übertraten, mit Gefängnis und Tod bestrafte.
Die „Positio super martyrio“ wurde 2011 vorgelegt und am 15. November desselben Jahres von den Geschichtskonsultoren der Heiligsprechungskongregation geprüft. Da Devasahayam schon vor mehr als fünfzig Jahren gestorben war, handelte es sich um einen historischen Fall.
Am 7. Februar 2012 plädierten die Theologenkonsultoren zugunsten eines Martyriums aus Glaubenshass. Ihr positives Urteil wurde am 8. Mai desselben Jahres von den Kardinälen und Bischöfen, die Mitglieder der Kongregation waren, bestätigt.
Am 28. Juni 2012 genehmigte Papst Benedikt XVI. bei der Audienz mit Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, die Verkündung des Dekrets, mit dem Devasahayam Pillai als Märtyrer anerkannt wurde.
Seine Seligsprechung fand am 2. Dezember 2012 in Nagercoil bei Kottar auf dem Campus der Carmel Higher Secondary School statt. Der Feier stand Kardinal Amato als Delegierter des Heiligen Vaters vor. Als liturgischer Gedenktag an den ersten indischen Laienmärtyrer wurde der 14. Januar, der Tag seiner Geburt in den Himmel, festgesetzt.
Für die Heiligsprechung wurde laut Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren ein Fall aus Indien aus dem Jahr 2013 überprüft. Die Ultraschalluntersuchungen, denen sich eine Frau in der vierten Schwangerschaftswoche unterzogen hatte, zeigten keinerlei Herzschlag und keine Bewegung des Fötus. Die Frau, eine Katholikin, ließ sich von ihren Eltern Wasser aus dem Brunnen von Nattalam, dem Geburtsort des Seligen Lazarus bringen, den sie sehr verehrte. Sie trank das Wasser und fuhr fort zu beten. Etwa eine Stunde später spürte sie, dass sich der Fötus bewegte. Die Herzschlagtätigkeit des Fötus wurde durch nachfolgende Ultraschalluntersuchungen bestätigt. Das Kind kam ohne Kaiserschnitt zur Welt, war gesund und in gutem Allgemeinzustand.
Im Rahmen einer Audienz am 21. Februar 2020, bei der Papst Franziskus Kardinal Giovanni Angelo Becciu, den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, empfing, autorisierte er die Promulgation des Dekrets, mit dem der geschilderte Fall der Fürsprache des Seligen Lazarus zugeschrieben wurde, und ebnete so den Weg für dessen Heiligsprechung. Am 3. Mai 2021 fand das ordentliche Konsistorium für die Heiligsprechung statt und am 15. Mai 2022 sprach Papst Franziskus Lazarus Devasahayam Pillai zusammen mit neun anderen Personen in einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz heilig.