
CÉSAR DE BUS
(1544-1607)
PRIESTER
GRÜNDER
DER PRIESTER DER
CHRISTLICHEN LEHRE
(DOKTRINARIER)
Heilig: 15. Mai 2022
Fest: 15. April
César De Bus wurde am 3. Februar 1544 in Cavaillon, einer Kleinstadt in der Provence, die damals zum Kirchenstaat gehörte, geboren. Seine Vorfahren waren italienischer Herkunft. César gehörte einer großen und zutiefst christlichen Adelsfamilie an. Seine ersten Studien absolvierte er in der Familie und dann für kurze Zeit bei den Jesuiten in Avignon. Mit 18 Jahren beschritt er die militärische Laufbahn. Wieder zu Hause kümmerte er sich nach dem Tod des Vaters um das Familienvermögen. Diese ersten Verpflichtungen hinderten ihn jedoch nicht daran, an den für die adelige Jugend seiner Zeit typischen Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Aufgrund seiner spirituellen Gaben und seines mildtätigen Verhaltens wurde er, noch keine zwanzig Jahre alt, zum Vorstand der Laienvereinigung der Schwarzen Büßer gewählt. Als die „Religionskriege“ überhandnahmen, zog er tapfer in den Kampf und zeigte sich dabei stets offen für die Armen und Verwundeten. Krankheitsbedingt nach Hause zurückgekehrt, zog es ihn einige Jahre später an den französischen Hof, wo sein Bruder Alexander zum Oberst der königlichen Garde befördert worden war. In dieser Zeit genoss er das höfische Leben, das sich durch allerlei Feste und Vergnügungen auszeichnete. Von dieser Lebensart müde geworden, kehrte er verbittert nach Cavaillon zurück, wo er jedoch weiterhin ein unstetes Leben führte. Mit einer blühenden Fantasie und einer poetischen Ader ausgestattet, komponierte er Lieder und Dramen und organisierte Aufführungen. Später im Leben erkannte er, dass er sich aufgrund des besonderen Zutuns des Herrn stets korrekt verhalten hatte.
1575 fand César, von Gnade überwältigt, zu einem völlig anderen Lebensstil. Es war die Gnade seiner Bekehrung zu einer Existenz in lebendigem Glauben und Hingabe an das Volk, das damals durch Guerillakrieg, Hungersnot und Pest bedrängt wurde. Césars Bekehrung wurde in absoluter Diskretion durch das inbrünstige Gebet und häufige Fasten zweier armer Laien und Analphabeten erfleht: Antoinette Réveillade, Gesellschaftsdame der Familie De Bus, und Louis Guyot, Schneider und Mesner der Kathedrale. Sie hatten mit großer Freude die spirituelle Veränderung des jungen Mannes wahrgenommen und schlugen vor, dass er sich von einem heiligen und gut ausgebildeten Seelenführer leiten lasse. Bei diesem handelte es sich um den Jesuiten Pierre Pèquet aus der Gemeinschaft von Avignon. Also unterzog sich César mit Eifer und Demut dessen Schulung. Schon bald regte sich in ihm wieder der Wunsch, Priester zu werden. Er nahm erneut das Studium der Philosophie am Jesuitenkolleg in Avignon auf. Etwa acht Monate später kehrte er nach Cavaillon zurück und widmete sich dem Gebet und dem geistlichen Beistand der Personen um ihn herum, insbesondere der Kleinen und Armen, die von Hunger und Pest betroffen waren. So wurde er 1582 zum Priester der Diözese Cavaillon geweiht. Er begann mit seinem unmittelbaren und besonderen Apostolat, jenem des Wortes Gottes, indem er zwei Lichtpunkten folgte, die seinen geistlichen Weg als Priester erhellen sollten: die Dekrete des Konzils von Trient und die Spiritualität und das apostolische Werk des hl. Karl Borromäus.
Konkret folgte César bei seinem Apostolat dem Königsweg der katholischen Reformatoren jener Zeit, wobei er der religiösen Erziehung des Volkes, der Heiligkeit des Lebens und der Gründung von Instituten von Priestern und Nonnen, die das Werk fortsetzen würden, den Vorzug gab. Auf Wunsch seines Bischofs, Msgr. Cristoforo Scotti, begann er daher sofort mit der Verkündigung des Wortes Gottes in der Kathedrale von Cavaillon oder auf dem angrenzenden Platz, sofern das Gebäude nicht alle Teilnehmer fassen konnte. 1583 gründete und organisierte er gemäß den Anweisungen von Papst Gregor XIII. seine erste Laienvereinigung, verfasste deren Statuten und belebte und leitete ihre Versammlungen. Auf die gleiche Weise bewerkstelligte er, im Sinne des Konzils von Trient, mit Bedacht und und unter großen Anstrengungen die Reform des Benediktinerinnenklosters von Cavaillon. Gegen 1583 wurde er auf den hl. Karl Borromäus aufmerksam, auf dessen geistliches Leben, die von ihm einberufenen Provinzialkonzile und seinen Impuls für die Katechismusschulen. Die Informationen erhielt er von seinem Freund, Msgr. Alessandro Canigiani, Bischof von Aix-en-Provence. César war begeistert: Sofort ahmte er das bußfertige Leben nach, vor allem aber konzentrierte er seine Arbeit auf die Katechese für die Kleinen und Armen. Und er begann mit der Vorbereitung einer Gruppe junger Frauen, die er zu den Weilern auf dem Land schickte, damit sie dort den Katechismus unterrichteten.
In den Jahren 1586-88 zog sich César auf die Spitze des Hügels über Cavaillon zurück und widmete sich dort in der Einsiedelei San Giacomo dem Gebet und dem Studium des Katechismus von Trient. Der hl. Paul VI. sagte in der Predigt zu seiner Seligsprechung, dass „der Gründer sich nicht auf die Erziehung der Kinder beschränkte, sondern auch die Unterweisung der Eltern ins Auge fasste. Durch ihn wurde eine echte Familienkatechese gefördert. Von dieser überbordenden Tätigkeit haben uns die Familieninstruktionen zu den vier Teilen des Römischen Katechismus, die etwa sechzig Jahre nach seinem Tod erschienen, ein überaus gültiges Zeugnis gegeben. Sie offenbaren, was einen Katechisten ausmacht: er muss ein Mann der Bibel, ein Mann der Kirche sein, der sich um die Weitergabe der wahren Lehre Christi bemüht“. Hier, in der Einsamkeit und im Gebet, wuchs sein Projekt, Priester und Laienbrüder zu vereinen, die sich zur Arbeit im katechetischen Apostolat berufen fühlten. So entstand die Kongregation der Priester der christlichen Lehre, genannt Doktrinarier. Das Gründungstreffen der neuen Ordensfamilie fand am 29. September 1592 in Isle-sur-Sorgue, einer Stadt unweit von Cavaillon, statt. Im Jahr darauf vertraute ihnen der Oratorianer Msgr. Francesco Maria Tarugi, Erzbischof von Avignon, die Kirche Santa Prassede in Avignon an, wo die Priester unverzüglich mit dem Unterricht der christlichen Lehre begannen.
Die von César De Bus entwickelte Methodik machte seine Katechesen ansprechend und leicht verständlich. Er bediente sich einfacher und effektiver Werkzeuge wie: Tafeln mit von ihm illustrierten Szenen aus dem Evangelium, Lieder und Gedichte. In einfacher, direkter und vertrauter Sprache machte er reichlich Gebrauch vom Wort Gottes und übertrug dieses auf konkrete Konzepte und Situationen. Über die Katechese beschloss er, seine Zuhörer dazu zu animieren, „gute Christen“ zu sein, nicht nur in Worten, sondern auch im Verhalten, und sie so in einer echten Bekehrung zu Jesus hinzuführen. Im Bewusstsein, dass der vom Konzil von Trient initiierte „Katechismus an die Pfarrer“ ein für Priester geeignetes Instrument darstellte, bemühte sich César, diesen auf die Gläubigen abzustimmen, wobei er darauf bedacht war, ihn dem Volk auf verständliche Weise näherzubringen, ohne ihn seiner Wirksamkeit zu berauben. Aus diesem Bemühen heraus präsentierte er das Wesen der christlichen Lehre, unterteilt in:
– Kleine Lehre, die sich an jene richtete, die von den Glaubenswahrheiten keinerlei Kenntnis besaßen (Kinder und Analphabeten), die diese das Beten lehrte, beginnend mit dem Kreuzzeichen, den Zehn Geboten und den Sakramenten, und die auf Dialog und Kommemoration aufgebaut war.
– Große Lehre, gehalten von der Kanzel an Sonn- und Feiertagen. Dabei handelte es sich um eine ausführliche, sehr einfache Erklärung der Symbolik der Apostel, des Vaterunsers, der Zehn Gebote, der Gebote der Kirche und der Sakramente.
Um die Solidität seiner Arbeit zu gewährleisten, hielt er es für angebracht, die Mitglieder der Kongregation durch Gelübde zu binden. César selbst wurde zum Generaloberen gewählt. Die Kongregation wurde am 27. Dezember 1597 von Clemens VIII. approbiert. Aufgrund starker körperlicher und seelischer Leiden gesundheitlich sehr angeschlagen, musste César schon bald auf sein Amt verzichten. Obwohl inzwischen blind, fuhr er mit seinen Predigten und den Beichtdiensten fort und sagte immer wieder: „Ich habe nichts gesehen oder gelesen, das mit dem vergleichbar wäre, was Gott mir gezeigt hat, seit ich blind bin.“
César De Bus starb am 15. April 1607 im Alter von 63 Jahren in Avignon, am Ostermorgen, wie er es einige Tage zuvor prophezeit hatte: „Es wird ein zweifaches Ostern für mich sein, der Hinübergang des Herrn und meiner neben ihm.“
Nach dem Tod von César De Bus wurde sein Leichnam in Avignon ausgestellt und P. Marcel, der erste Biograf, berichtet, dass „alle, die unsere Kirche verlassen, jenen, denen sie unterwegs begegnen, erzählen, dass sie gerade einen Heiligen gesehen haben. Die Nachricht schlug dermaßen ein, dass nahezu die ganze Stadt herbeiströmte“.
Am Hochfest der Vatikanischen Basilika, dem 27. April 1975, wurde César De Bus von Papst Paul VI. seliggesprochen. Papst Franziskus sprach ihn am 15. Mai 2022 heilig.