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Eberlein - Eysenck

Eberlein - Eysenck

Eberlein - Eysenck

Eberlein, Gerald L., Dr. phil. (*5.05.1930 Berlin; †12.08.2008 Pöcking), Naturwissenschaftler, Psychologe und Soziologe; lehrte als Professor an mehreren Universitäten, zuletzt von 1975 – 98 an der Techn. Univ. München; Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Anomalistik; pn. Autor.

W.: Schulwissenschaft, Parawissenschaft, Pseudowissenschaft, Stuttg. 1991; Kleines Lexikon der Parawissenschaften (Hg.). München: Beck, 1995.

Ebertin, Baldur R., Dr. phil. (*21.07.1933 Erfurt), Sohn v. Reinhold E., Klinischer Psychologe, Astrologe, Heilpraktiker, Reinkarnationstherapeut (Rebirthing); Studium in Freiburg / Br., München, 1957 Dipl.-Psych., 1960 Dr. phil (Dissert. „Gehirn und Seele“); 1966 Zulassung als Heilpraktiker, 1979 Praxis für Psychotherapie, Homöopathie und Naturheilkunde in Stuttgart; ab 1988 Seminarleiter im ‚Ebertin-Institut für Ausdrucks- und Charakterkunde‘ in Bad Wildbad im Schwarzwald.

W.: Das ABC der Kosmobiologie. Freiburg: Ebertin, 1989; Reinkarnation und neues Bewusstsein. Freiburg: Bauer, 1989; Ebertin-Verlag, 1998; Vom kosmischen Symbol zur ganzheitlichen Deutung. Die kosmischen Symbole und Strukturen in uns. Kosmobiologische Diagnostik I, Ebertin-Verlag 1998; Wenn die Seele den Körper nicht gesunden lässt, Bad Wildbad 62007.

Ebertin, Reinhold, (*16.01.1901 Görlitz; † 14.03.1988 Hirschlanden), astro- bzw. kosmobiolog. Publizist u. Organisator, ab 1923 Berufsastrologe; Hrsg. d. Zschr. Mensch im All u. Kosmobiologie (gegr. 1928); in den letzten Lebensjahren ständiger Mitarbeiter der Zschr. Meridian, die aus den früheren Zschr. Kosmobiologie und Kosmischer Beobachter hervorging.

Ebner, Margarete (*um 1291 in Donauwörth; † 20.06.1351), selig (die Kultbestätigung am 24. Feb. 1979 gilt als erste Seligsprechung von Papst Johannes Paul II.; Fest: 20. Juni), Mystikerin; mit 15 Jahren Eintritt in das Kloster der Dominikanerinnen in Medingen. Neben körperlichen Schmerzen erlebte sie viele psychische Leidenszustände; litt ab 1312 drei Jahre an einer mysteriösen Krankheit, während der sie weder Speise noch Trank zu sich nehmen konnte. Ihr geistlicher Begleiter wurde Heinrich von Nördlingen. Ihre mystischen Erlebnisse schrieb sie im sog „Büchlein“ in Tagebuchform nieder, worin auch von Visionen, Auditionen sowie Levitation die Rede ist. Reliquien in der Kapelle des Klosters Maria Medingen nahe Mödingen.

Lit.: Resch, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1979 –1985. Innsbruck: Resch, 2000.

Ebon, Martin (*27.05.1917 Hamburg; † 11.02.2006 Las Vegas / Nevada, USA),  verfasste zahlreiche Publikationen zu verschiedenen Themen der parapsychol. Forschung.

W.: The Evidence for Life After Death, 1977; Psychic Warfare: Threat or Illusion, 1983.

Eckart, Dietrich (1868 –1923), Mitglied des innersten Zirkels der Thule-Gesellschaft; Gegner R. > Steiners.

W.: Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler u. mir (erschien posthum 1924).

Eckartshausen, Hofrat Karl von (*28.06.1752 auf Schloß Haimhausen, †12.(?)13.05.1803 München), bayr. Jurist und Archivar, okk. theosoph. Schriftsteller, Sohn des Karl von Haimhausen, jedoch Name nach seiner Mutter Anna Eckart. E. wurde während seines Studiums an der Univ. Ingolstadt in den Illuminatenorden aufgenommen. Seine Bücher über rosenkreuzerische und alchemistische Themen zeigen die Beeinflussung von Robert > Fludd; Urheber des Ausdrucks „Portatio-Elektrizität“.

W.: Aufschlüsse zur Magie aus geprüften Erfahrungen, 4 Bde., 1788 –1791 (1923; 1978); Sammlung der merkwürdigsten Visionen, 1793; Über die Zauberkräfte der Natur, München 1819, Freiburg 1978.

Lit.: Faivre, Antoine: Eckartshausen et la théosophie chrétienne, Paris 1969 (Habilitationsschrift an der Sorbonne).

Ecker und Eckhoffen, Hans Heinrich Frh. von (1750 –1790), Gründer des Ordens der Asiatischen Brüder mit kabbalistischen Zügen (Zweig der Rosenkreuzer).

Eckhart, Meister, OP (ca. 1260 –1328), christl. Mystiker und Prediger, Ordensprovinzial; 1302 Magister in Paris, 1326 Eröffnung des Inquisitionsprozesses; ging 1327 nach Avignon zum Papst zwecks Rechtfertigung seiner Thesen, von denen mehrere (26) vom Papst als  häresieverdächtig verurteilt wurden (1329). Seine Schriften wirkten vor allem weiter auf J. > Böhme. Das Generalkapitel der Dominikaner setzte 1980 eine Kommission zur Erarbeitung einer Dokumentationsbasis im Hinblick auf eine Revision des Prozesses ein.

Lit: Albert, K.: Meister Eckharts These vom Sein, 1976; Stirnimann, Heinrich / Ruedi Imbach: Eckhardus Teutonicus, homo doctus et sanctus: Nachweise u. Berichte zum Prozeß gegen Meister Eckhart. Freiburg, CH: Universitätsverl., 1992.

Eckleff, Karl Friedrich von (1723 –1784),  schwedischer Kanzleirat, Freimaurer, 1759 Gründer der schwedischen Großen Landesloge der FM, deren Großmeister bis 1774.

Lit.: Rudbeck, Johannes: Carl Friedr. Eckleff, Berlin 1931.

Ecklund, Anna (*1882 Marathon / Wisconsin, USA; † ?), zeigte ab 1896 Besessenheitssymptome. Vom Kapuziner Theophilus Riesinger 1912 anscheinend erfolgreich exorziert, erlitt sie 1928 einen Rückfall aufgrund einer Verfluchung durch ihren Vater. In einem zweiten von Pater R. gemeinsam mit P. Steiger durchgeführten langwierigen Exorzismus in einem Franziskanerinnenkloster in Earling /Iowa wurde sie schließlich geheilt.

Eddy, Mary Baker  > Baker-Eddy, Mary.

Edmonds, John Worth (1799 (?) 1816 –1874), ehemal. Senatspräsident am Obersten Gerichtshof in New York, medial begabter spiritistischer Publizist; seine Tochter Laura verfügte ebenfalls über mediale Fähigkeiten (Xenoglossie). E. wurde beruflich sozusagen ein Opfer seiner spiritist. Überzeugung, denn seine politischen Gegner beschuldigten ihn, dass seine Gerichtsurteile nicht allein aufgrund der gesetzlichen Basis zustande kämen, sondern auch aufgrund von Botschaften, die er von den „Geistern“ bekäme. Deshalb gab er seinen Posten auf und widmete sich weiterhin der Verbreitung des Spiritismus durch Lektüre und Publikationen.

W.: Der amerikan. Spiritualismus, Leipzig 1873.

Edwards, Harry (*29.05.1893; † 8.12.1976), engl. Geistheiler, der  in Massenveranstaltungen die Heilmethode des Handauflegens praktizierte. Angeblich entdeckte er seine Heilkraft während seines Aufenthalts als Offizier in Persien (berief sich auf die Geister v. Louis Pasteur u. Lord Lister); richtete in Burrow Lea (Surrey) ein Heilzentrum ein; Berater von Politikern und der königl. Familie.

W.: Geistheilung, Freiburg 1968.

Eeden, Frederic van > Van Eeden, F.

Eger, Johannes, CSsR (*7.06.1913; † 24.03.1998), deutscher Redemptorist (1935), Priester (1940), wirkte pastoral als  Exorzist, Bruder von  P. Dr. Josef Eger CSsR († 1995). Die Zschr. Timor Domini vom 12. Juni 1998 brachte einen diesbezüglichen Nachruf, wiedergegeben in: G. Amorth, Neue Berichte eines Exorzisten, Stein / Rhein: Christiana Verlag, 22000, S. 236 – 238.

Egidi, Francesco (1880 –1969), Prof. der Philologie, Univ. Rom; Präs. der Società Italiana di Parapsicologia di Roma; Autor zahlreicher Artikel in der Zschr. Luce è Ombra.

Eglinton, William /„Willie“ (*10.07.1858 London; † 10.03.1933), seit seinem 17. Lebensjahr umstrittenes professionelles, vielgereistes Medium; demonstrierte bei Séancen eine direkte Tafelschrift als „Geisterbotschaft“, wurde jedoch des öfteren auch bei betrügerischen Manifestationen ertappt. E. soll Materialisationen, Levitationen und Teleportationen produziert haben. Im Mai 1879 produzierte er in Brügge, Belgien, als Gast in einem Spukhaus bei Oberst Lean und seiner Frau Francis (Florence > Marryat) mehrere Phänomene und brachte auch den Spuk zum Stillstand. 1879 war E. auch Gast bei dem Maler Gabriel von Max (1840 – 1915) in München und  inspirierte diesen zu dem Gemälde ‚Der Geistesgruß‘ (eine Dame am Klavier wird von einer Geisterhand berührt). Am 29.10.1884 nahm der britische Premierminister W. E. > Gladstone an einer Séance mit E. teil, in der er auf Schiefertafeln auf seine in spanischer, deutscher und griechischer Sprache gestellten Fragen Antworten in eben diesen Sprachen erhielt. Gladstone war vom Erfolg so beeindruckt, dass er bald darauf Mitglied der SPR wurde. Der französ. Maler J. J. Tissot (1837–1902) hielt eine Materialisationssitzung vom 20.05.1885 mit E., in der er seine verstorbene Braut zusammen mit dem Kontrollgeist von E. gesehen habe, in einem wohl idealisierten Gemälde (‚Apparition Medianimique‘) fest.

Lit.: Farmer, John S.: Twixt Two Worlds: A Narrative of the Life and Work of William Eglinton, Lo. 1886; Marryat, Florence: There is No Death. New York: John W. Lovell, 1891; Repr. N. Y.: Causeway Books 1973.

Ehrenfreund, Edmund Otto > Tartaruga, Ubald.

Ehrenwald, Jan, Dr. (*13.03.1900 Preßburg; † 15.06.1988 Somers, New York), tschechischer Psychiater und Psychoanalytiker, der in New York lebte; arbeitete über den Zusammenhang von ASW, Telepathie und Psychoanalyse. Sein Interesse an der Parapsychologie begann zur Zeit seines neuropsychiatr. Studiums an der Wiener Universitätsklinik in den 1920er Jahren aufgrund von Erfahrungen mit einem Mädchen, das telepathisch Eindrücke von ihrer Mutter empfing. Seiner Ansicht nach ist die PSI-Funktion in der rechten Hemisphäre lokalisiert.

W.: Telepathy and Medical Psycholoy, London 1947; New Dimensions of Deep Analysis: A Study of Telepathy in Interpersonal Relationships, 1954; Ein neurophysiologisches Modell der Psi-Phänomene, 1973; Hitler: Schamane, Schizophrener, Medium?, 1974; Anatomy of Genius: Split Brains and Global Minds, 1984.

Eibenschütz, Jonathan (1690 –1764), dt. Rabbiner, Kabbalist, Anhänger des Sabbathianismus.

Eilert, Wessel Dietrich (1764 –1833), westfälischer Seher, genannt „Jasper“, lebte als Bauer und Schäfer in Huckarde bei Dortmund. Ihm werden zwei Fassungen von Voraussagungen zugeschrieben, die in  ihrer Echtheit fragwürdig sind, denn aus der bisherigen Geschichte haben sich konkrete Angaben nicht bewahrheitet.

Lit.: Sven Loerzer: Visionen u. Prophezeiungen, Augsburg 2004, S. 306 ff.

Eisenbud, Jule, Dr. (*20.11.1908 New York; † 11.03.1999), Psychiater und Psychoanalytiker, Parapsychologe; Pionier der Psychofotografie (Konzeptographie – Experimente mit Ted > Serios), Zusammenarbeit mit Prof. W. H. C. > Tenhaeff bei den sog. Transatlantischen Platzexperimenten; war mit Telepathie schon von der Familie her vertraut, da seine Mutter oft wusste, was sein Vater gerade dachte. Beschäftigte sich mit präkognitiven Träumen und Tischchenrücken u. war der Ansicht, dass ein wahrer Fortschritt in der Parapsychologie nur durch eine Abkehr von den wissenschaftlichen Institutionen erzielt werden könne, weil seiner Meinung nach Wissenschaft und die paranormale Seite des menschlichen Daseins unversöhnlich seien.

W.: The World of Ted Serios, 1967; Gedankenfotografie, Freiburg 1975 (Experimente mit Ted Serios).

Elia, Fra’ (*20.02.1962 Apulien), Gründer der Kongregation von den Aposteln Gottes; stigmatisierter Mystiker, mit dem Charisma der Krankenheilung, der Bilokation und der Kardiognosie. Sohn von Anna Argentieri und Carmelo Elia. Seinen Angaben zufolge hatte E. schon als Kind Erscheinungen von seinem Schutzengel und anderen Engeln. Während seines Noviziats bei den Kapuzinern erhielt er die Stigmen; dadurch irritiert, geriet er in eine innere Krise und verließ 1994 das Kloster, um in die ‚Normalität des weltlichen Lebens zurückzukehren. Sodann arbeitete E. in Bergamo als Alten- und Krankenpfleger. Im Jahre 2000 erkannte er – angeleitet von seinem Schutzengel – seine neue Berufung in der Gründung einer neuen Gemeinschaft zur Unterstützung der Armen und Ausgegrenzten, besonders der Jugendlichen. Durch Hilfe von Wohltätern gelang es ihm, ein verfallenes Kloster in Calvi dell’Umbria, Prov. Terni, für die neue Gemeinschaft zu erwerben, wo er seit Sept. 2003 wohnt. Im gleichen Jahr durfte der Fernsehjournalist Dr. Piero Vigorelli die Passionsekstasen von E. filmen; dieser Dokumentarfilm wurde am 6. Juni 2003 im italien. Fernsehen (Kanal 4) unter dem Titel ‚Miracoli‘ ausgestrahlt. Die Ekstasen und somatischen Begleiterscheinungen wurden von dem Neurophysiologen Prof. Marco Margnelli studiert und als echt bezeugt. Die Stigmen befinden sich an den Hand- und Fußgelenken, also in der wirklichkeitsgetreuen Position.

Lit.: Turolli, Fiorella: Fra’ Elia, von den Aposteln. Das Mysterium des Lichts. Altenstadt: Edition christliche Mystik, 2005; dies.: Fra Elia, der Engel mit den Wundmalen Christi, Die Silberschnur 2007.

Eliade, Mircea (*13.03.1907 Bukarest; † 22.04.1986 Chicago), Religionswissenschaftler, Religionsphänomenologe. Studium in Bukarest, Studien und Lehrtätigkeit in Kalkutta (1928 – 31), 1940 Kulturattaché an der rumän. Botschaft in Paris; lebte und lehrte ab 1945 in Paris, 1958 Prof. f. Religionswissenschaft  in Chicago; Autor zahlreicher Werke über Mystik, Schamanismus, Religionsgeschichte.

W.: Der Mythos der ewigen Wiederkehr, 1953; Die Religionen und das Heilige, 1954; Das Heilige und Profane, 1957; Unsterblichkeit und Wiedergeburt, 1962; Schamanismus und archaische Ekstasetechnik, Frankfurt 1975.

Lit.: Turcanu, Florin: Mircea Eliade. Der Philosoph des Heiligen oder im Gefängnis der Geschichte. Eine Biographie. Schnellroda: Edition Antaios, 2006; De Martino, Marcello: Mircea Eliade esoterico. Rom: Settimo Sigillo, 2008.

Elisabeth von der Dreifaltigkeit > Catez, E.

Elisabeth von Reute, Elsbeth Achler, auch die „gute Beth“ genannt (*25.11.1386 Reute bei Waldsee / Württemberg; † 25.11.1420 ebd.), selig (1766), stigm. Myst., stand vom 14. Lebensjahr an unter der geistl. Leitung des Augustiner Chorherrn Konrad Kügelin, der auch ihre Vita (1421) verfasste; Terziarierin des Franziskanerordens, Gabe der Visionen, angeblich 12 Jahre währende Nahrungslosigkeit. Die sel. Ursula v. Haider war ihre Schülerin.

Lit.: Füller, K. (Hg.): Die Selige Gute Betha, Reute 1957; Schurer, P.: die Selige Gute Betha v. Reute, Reute 51981; Vita der sel. E. v. Reute, hg. v. V. W. Köck. Dissertation, Ibk., 1972.

Elisabeth von Schönau, OSB (*1128 Bingen; † 18.06.1164 Kloster Schönau, Hessen / D), heilig (1584, Fest: 18. Juni); von Jugend auf kränklich, hatte sie seit 1152 die Gabe der Visionen, die sie in drei Büchern niederschrieb – jedoch redigiert von ihrem Bruder, Abt Ekbert v. Schönau.

W.: Visiones (3 Bücher); Liber viarum Dei.

Elliotson, John (*29.10.1791 Southwark, London; † 29.07.1868 ebd.), Arzt, Präsident der Königlichen Medizinischen und Chirurgischen Ges. von London, Phrenologe und erster Vertreter der Lehre des animalischen Magnetismus in England. Als Professor am University College Hospital gestattete er 1837 dem Baron > du Potet, an dieser Institution Experimente durchzuführen. E. fand in den Geschwistern Okey zwar geeignete Sensitive, doch riefen die Experimente Ablehnung hervor, sodass er im Herbst 1838 seine Professur und seine Verbindung zur Klinik aufgab. 1824 gründete er die Phrenological Society of London, deren Präsident er bis 1843 blieb. 1843 bis 1856 gab E. die Zeitschrift für Mesmerismus und Phrenologie (The Zoist) heraus. Im Mesmerismus sah er nämlich ein hilfreiches Mittel für die phrenologische Forschung. Im Zuge der spiritistischen Bewegung beschäftigte er sich auch mit den Medien Mrs. Hayden und D. D. > Home. Aufgrund seiner diesbezüglichen Erlebnisse wandelte sich seine materialistische Weltanschauung in eine christliche bzw. spiritistische.

W.: Surgical Operations in the Mesmeric State Without Pain, 1843.

Ellison, Arthur (*1920; † 6.09.2000), engl. Ingenieur, Parapsychologe; von 1958 bis 1972 Gastprof. am Queen Mary College, ab 1972 Leiter des Department of Electrical and Electronical Engineering an der City University, London, Präs. der SPR von 1976 – 79 und 1981 – 83. 

W.: The Reality of Paranormal, 1988; Co-Autor von Psychism and the Unconscious Mind, London 1968, und Intelligence Came First, London 1975.

Lit.: Nachruf in Journal of the Society for Psychical Research, vol. 65.1, No. 862.

Emmerick (Emmerich), Anna Katharina (*8.09.1774 Flamschen bei Coesfeld; † 9.02.1824 in Dülmen / Westfalen), selig
(3.10.2004), Tochter eines Kleinbauern, Visionärin, stigmatis. Passionsmystikerin mit Ekstasen. Sie war das fünfte von acht Geschwistern. Schon von Kindheit an anders als die übrigen Kinder, sah sie ihren Schutzengel, hatte außergewöhnliche Erfahrungen u. stand in Kontakt mit den Armen Seelen; konnte Geweihtes von Ungeweihtem unterscheiden; wohnte bis zum 18. Lebensjahr als Bauernmagd bei ihrem Onkel, zog dann als Näherin von Hof zu Hof. Obwohl körperlich schwach und kränklich, führte E. von Jugend an ein Leben strengster Askese.

Im Kloster der Augustinerinnen in Agnetenberg bei Dülmen wurde E. am 13.11.1802 eingekleidet. Nach der staatlichen Aufhebung des Klosters 1812 sorgte sie für den kranken Abbé Lambert, der als Letzter mit ihr das Kloster verlassen hatte. Seitdem lebte sie, fast beständig ans Krankenlager gefesselt, in einer Privatwohnung in Dülmen. 1798 empfing E. an ihrem Kopf die blutenden Stigmata der Dornenkrone Christi und 1812 das Stigma eines Kreuzzeichens in der Magengegend, eines doppelten Gabelkreuzes auf dem Brustbein und der fünf Wunden Christi. Wiederholte Untersuchungen durch die geistliche und weltliche Behörde bestätigten die Echtheit ihrer Wundmale. Auf ihr Gebet schlossen sich diese 1819, ließen aber weiß schimmernde Narben zurück, die sich an jedem Freitag röteten und bluteten. In ihren Visionen schaute sie einzelne biblische Szenen und seit 1820 das Leiden des Herrn. Nach zehnjährigem schmerzvollen Krankenlager starb E. 1824 im Ruf der Heiligkeit. Ihre Visionen wurden von dem Dichter Clemens > Brentano in 12 Bänden aufgezeichnet (1818 –1823). Da nicht mit Sicherheit zu klären ist, inwieweit bei ihren Visionen auch natürliche Hellsicht, Vermischung von Vergangenem und Zukünftigem, mystischen und allegorischen Elementen beteiligt waren und auf sie auch der Einfluss Brentanos bzw. dessen redaktionelle Bearbeitung wirkten, entschied die Ritenkongregation 1927, die Visionen keiner Prüfung zu unterziehen, sondern nur ihr Leben. 1892 Einleitung des Seligsprechungsprozesses, 1973 Wiederaufnahme, Seligsprechung am 3.10.2004.

Pn. Phän.: Jahrelange Inedie (lebte nur von Fruchtsäften und der konsekrierten Hostie),  Levitation, postmortaler Lichtglanz, somat. Inkorruption.

Lit.: Schmöger, P.: Das Leben der gottseligen Anna Katharina Emmerick, Freibg.: Pattloch, 1885; Tagebuch des Dr. med. Franz Wilh. Wesener über die Augustinerin A. K. Emmerick. Unter Beifügung anderer auf sie bezüglicher Briefe und Akten. Hrsg. v. P. Winfried Hümpfner. Wurzburg: St. Rita-Verl., 1926; Bouflet I, 61, 100, 429; Schamoni, Wilhelm / Karl Besler: Charismatische Heilige. Besondere Gnadengaben
bei Heiligen nach Zeugenaussagen aus Heiligsprechungsakten. Stein am Rhein: Christiana, 1989; Kaltenbrunner, Gerd-Klaus: Die Seherin von Dülmen und ihr Dichter-Chronist – Clemens Brentano, Anna Katharina Emmerich und die Folgen einer seltsamen Seelen-Symbiose, Gersau 1992; Bangert, Michael (Hg.): Anna Katharina Emmerick – Passio, Compassio, Mystik. Dokumentation des Emmerick-Symposions an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, Münster 2000; Resch, A.: Anna Katharina Emmerick. Zur Seligsprechung am 3. Okt. 2004. In: GW 53 (2004) 4, 291–314.

Emoto, Masaru (*22.07.1943 Yokohama), japan. Forscher, Vorsitzender der International Hado Membership (IHM); demonstrierte durch fotografische Aufnahmen (erstmals 1994) experimentell die Auswirkungen von Umweltfaktoren, aber auch von menschlichen Vorstellungen und Gefühlen auf die Struktur des Wassers in kristallisiertem Zustand. Dabei wurden von einer Wasserprobe je 100 Petrischalen abgefüllt und dann für zwei Stunden in den Tiefkühler gestellt. Die entstandenen Kristalle wurden unter dem Miskroskop bei 200- bis 500-facher Vergrößerung und einer Raumtemperatur von minus 5°C fotografiert. Im Zeitraum von über vier Jahren entstanden so über 10.000 Aufnahmen.

Encausse, Gérard A.-Vincent > Papus.

Endres, Franz Carl (*17.12.1878 München; † 13.03.1954 Basel), lehrte zunächst als Prof. für Geschichte in München und dem heutigen Istanbul, arbeitete später als Journalist und esot. Schriftsteller in Deutschland und der Schweiz; ab 1920 Freimaurer.

W.: Goethe u. die Freimaurerei, Basel 1949; Mystik u. Magie der Zahlen. Zürich: Rascher, 1951; Die Symbolik des Freimaurers, Stuttg. 1952, Hamburg 1977; Das Geheimnis des Freimaurers, 101990.

Engel, Leopold, Pseud. Theophrastus (*19.04.1858 St. Petersburg; † 8.11.1931 Berlin), Schauspieler und Schriftsteller; Gründer des (neuen) Illuminatenordens in Berlin 1896 (Dresden 1897), 1899 mit dem Orden O.T.O. (A. K. Th. > Reuss) vereinigt; 1896 / 97 Schriftführer des Vereins „Weltbund der Illuminaten“.

W.: Geschichte des Illuminatenordens, Berlin 1906, München 1978, Bremen 1985.

Ennemoser, Joseph (*15.11.1787 Hintersee / Schönau, Tirol; † 19.09.1854 Egern am Tegernsee), Arzt; Studium der Medizin in Innsbruck, Salzburg, Erlangen, Berlin, dort 1816 Promotion; diente 1809 als Schreiber unter Andreas Hofer; 1817 Privatdozent in
Bonn, 1820 dort ao. und 1828 o. Prof., 1837 emeritiert. Ruhestand in Innsbruck (bis 1841)
und in München. Schriftsteller mystisch-naturphilosophischer Richtung im Sinne des Mesmerismus, bes. über thierischen Magnetismus u. dessen Heilwirkungen. (Leider finden sich in seinen Schriften viele Anachronismen; er vermengt auch den mineralischen  und animalen Magnetismus.)

W.: Der Magnetismus nach der allseitigen Beziehung seines Wesens, Leipzig 1819; Geschichte der Magie, Leipzig 1844, Wiesbaden 1966 (Erweis der Zusammenhänge von Magie und Magnetismus).

Ernetti, Pellegrino Alfredo Maria, OSB (1925 – 1994), ital. Wissenschaftler, Exorzist, Musikologe und Erfinder der geheimnisvollen Zeitmaschine „Chronovisor“; lebte im Konvent auf der Insel San Giorgio Maggiore in Venedig. Seine sensationelle Entdeckung wurde bekannt durch die französ. Publikation von P. François Brune, Le nouveau mystère du Vatican (Paris: Albin Michel, 2002).

Erwemweig, W. (Pseud.), eig. A. v. Gyömörey (seinerzeitige Besitzer des Schlosses), Autor von Schloß Bernstein im Burgenland (über die Weiße Frau), ersch. 1927.

Eschenmayer, Adolph (Adam) Karl August von (*4.07.1768 Neuenbürg / Württ.; † 17.11.1852 Kirchheim / Teck), Arzt, kath. Naturphilosoph, Okk.; 1783 Immatrikulation an der Univ. Tübingen, um Philosophie zu studieren; sollte jedoch über Betreiben seiner Verwandten nach dem Tod seines Vaters, des Oberamtspflegers Jakob Heinrich E., Kaufmann werden. Sein Interesse galt allerdings der Medizin, die er zunächst an der Stuttgarter Karlsschule, dann in Tübingen studierte (Promotion 1796). 1797 prakt. Arzt in Kirchheim, später Stadtphysikus in Sulz. 1798 Heirat mit Johanna Chr. Bilfinger, 1800 Stadtphysikus in Kirchheim. 1811 ao. Prof. f. Medizin u. Philosophie in Tübingen, dort 1818 o. Prof. mit Emeritierung 1836. – Im Geist der Medizinauffassung in der Romantik war E. vor allem vom animalischen Magnetismus fasziniert, wobei er als Arzt zwischen einer Heilung mit Hilfe von Magneten und einer Heilung durch den Glauben unterschied (J. > Gassner). E. stand in freundschaftlichem Briefwechsel mit J. > Kerner wegen seines Interesses an paranormalen Phänomenen (F. > Hauffe). Seine Interessensgebiete waren vor allem Somnambulismus und Besessenheit. In Fragen der Religion stand er im Gegensatz zu Hegel und zu seinem Schüler David Friedrich Strauß. Werner > Bonin bezeichnet E. als einen der ersten deutschen Psychiater. Begründer des Archiv für den Thierischen Magnetismus (1817–27), das er zusammen mit Christian Friedr. Nasse und Dietrich Georg Kieser herausgab.

W.: Versuch, die Gesetze magnetischer Erscheinungen aus Sätzen der Naturmetaphysik mithin a priori zu entwickeln, Tübingen 1797, 1798; Reflexionen über Besessensein und Zauberei. In: J. Kerner: Geschichten Besessener neuerer Zeit. Beobachtungen aus dem Gebiete kakodämonisch-magnetischer Er-
scheinungen, Karlsruhe 1834, 1835; Konflikt zwischen Himmel und Hölle, an dem Dämon eines besessenen Mädchens beobachtet, 1837.

Lit.: Klencke, H.: Wie müssen Dämonenglauben, Besessensein und Kerner-Eschenmayersche Gespenstererscheinungen nach dem heutigen Standpunkte der Physiologie und Psychologie erklärt werden? Für Gebildete aus allen Ständen, Leipzig 1840; Kerner, J. / C. A. v. E., in: Magikon (1853) 5, 383 – 422; Zeller, G.: Der Philosoph K. A. E. als parapsychologischer Forscher. In: Psyche. Monatlich erscheinende Zeitschrift für den gesamten Okkultismus (1927) 11, 271 – 276.

Eschner, Michael Dietmar (*16.02.1949  Berlin; † 13.11.2007 Bergen an der Dumme). Der gelernte Elektromechaniker und
philosophische Autodidakt fühlte sich als Wegbereiter eines neuen Zeitalters  (Horus-Äon). 1979 Gründer des „Thelema-Ordens des Argenteum Astrum“, einer Kommune in Berlin; Übersetzer und Herausgeber einiger Werke von A. > Crowley. E. hielt sich für dessen Reinkarnation und übernahm Crowleys Ideen, einschließlich sexualmagischer Praktiken; kam infolgedessen auch in Konflikt mit den Behörden; 1992 vom Landgericht Lüneburg zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Tod durch Herzversagen.

Esdaile, James (*6.02.1808 Montrose, England; † 10.01.1859 Sydenham), schottischer Arzt, 1831–35 als Arzt im Dienst der East India Company, 1839 – 46 Direktor des  Hooghly Hospital bei Kalkutta. Beeinflusst durch die Schriften von John > Elliotson, experimentierte E. mit Patienten in Anwendung der mesmerischen Methode (induzierte Hypnose), durch die er Schmerzunempfindlichkeit bei Operationen hervorrief. Pionier auf dem Gebiet der Medizin, des Hypnoseeinsatzes, gemeinsam mit J. > Braid.

W.: Mesmeric Facts, 1845; Natural and Mesmeric Clairvoyance, 1852.

Espérance, Elisabeth d’, eig. Hope, verheir. Reed (1855 –1919), nicht professionelles engl. Medium; von Kindheit an sensitiv und (im wörtl. Sinn) somnambul, häufig krank; produzierte automatisches Schreiben über ihren eigenen Verständnishorizont hinaus. Sie wurde untersucht v. > Aksakow und > Zöllner, ebenso von Prof. Friese in Bremen (der durch Zöllner mit ihr bekannt wurde und sich zum Spiritisten wandelte); zweimal des Betruges überführt. Bei ihren Auslandsreisen (Frankreich, Deutschland) traten bei Séancen in Schweden erstmals Materialisationsphänomene auf (Phantom arab. Mädchen Yolande) sowie Apporte bzw. Materialisationen von Blumen. Sie konnte auch Briefe lesen, die in mehrere Kuverts eingeschlossen waren. Behauptet wurde zudem das Vorkommen einer partiellen Dematerialisation des Mediums selbst (unbewusster Betrug bzw. Trickphänomen?). Nach ihrer Heirat nahmen ihre unbewussten Fähigkeiten sukzessive ab.

W.: Im Reich der Schatten, 1897 (Autobiografie).

Lit.: Friese, R.: Stimmen aus dem Reich der Geister, Leipzig 1879; Das Leben jenseits des Grabes, Leipzig 1880.

Etteilla, Pseud. für Jean François Alliette (*1738 Paris; † 1791), Perückenmacher, Mathematikprofessor; beschäftigte sich vor allem mit den Symbolkarten des Tarot, daher auch „Vater des esoterischen Tarot“ genannt.

W.: Theoretischer und praktischer Unterricht über das Buch Thot oder über die höhere Kraft, Natur und Mensch, mit Zuverlässigkeit die Geheimnisse des Lebens zu enthüllen und Orakel zu ertheilen, nach der Egypter wunderbarer Kunst. Leipzig: Baumgärtner, 1793.

Evans, Warren Felt (*23.12. 1817 Rockingham, Vermont; † 4.09.1889 Salisbury), amerikan. methodistischer Pfarrer, schloss sich jedoch unter Einfluss der Schriften E. > Swedenborgs der „Church of New Jerusalem“ an; Begründer der Neugeistlehre. Von > Quimby, der ihn geheilt hatte, übernahm er die Ideen und die Überzeugung, dass er selbst auch mental heilen könne. So begann er zunächst in Claremeont, Hamshire, später in Boston, Mass., zu praktizieren und übersiedelte 1869 nach Salisbury, wo er die nächsten 20 Jahre seine Patienten empfing.

W.: The Mental Cure. Boston: Colby & Rich, 1869; Mental Medicine. Boston: H. H. Carter, 1873; Soul and Body. Boston: H. H. Carter, 1876; The Divine Law of Cure. Boston: H. H. Carter, 1881; The Primitive Mind Cure. Boston: H. H. Carter & Karrick, 1885; Esoteric Christianity and Mental Therapeutics. Boston: H. H. Carter & Karick, 1886.

Lit.: Leonard, William J.: The Pioneer Apostle of Mental Science: A Sketch of the Life and Work of Rev. Warren Felt Evans, Boston 1903.

Evans-Wentz, Walter Yeeling (*2.02.1878 Trenton, New Jersey; † 17.07.1965), amerik. Tibetologe, Anthropologe, Yoga-Schriftst.; Studien an der Stanford-Universität, unternahm ausgedehnte Reisen nach Mexiko, Irland, England, Asien, wo er auch buddhist Mönch wurde. Übersetzer des ‚Tibetanischen Totenbuches‘; untersuchte Volkssagen; konstatierte einen psych. Zusammenhang der Wahrnehmung von Feen und veränderten Bewusstseinszuständen; Kontakte mit > Yogananda u. > Ramana Maharshi. Die letzten Jahrzehnte verbrachte E.-W. in San Diego.

W.: The Fairy-Faith in Celtic Countries, 1911; Das tibetan. Totenbuch, Zürich 1935, Freib. 1980; Yoga und Geheimlehren Tibets, München, o. J. (1937); Milarepa – Tibets großer Yogi, Weilheim 1971, Bern 1978; Tibetan Yoga and Secret Doctrines. London: Oxford University, 21967.

Everitt, Mrs. (1825 – 1915), brit. Privatmedium mit einer großen Bandbreite pn. Phänomene (direkte Stimme, handgeschriebene Botschaften auf kleinen Zetteln u. a.). So behauptete beispielsweise eine direkte Stimme in einer Séance vom 16. Februar 1890, die Stimme von Moses Kennedy zu sein und im Alter von 71 Jahren im Sept. 1889 in Glenwood, Missouri, gestorben zu sein. Nachforschungen in den USA ergaben, dass in besagtem Ort tatsächlich ein gewisser Moses Kennedy am 30. Sept. 1889 im angegebenen Alter gestorben war. E.s jenseitige Kontrolle ‚John Watt‘ gab an, dass er den Atem des Mediums für die direkte Stimme verwende. Hielt sich E. die Hand vor den Mund, wurde auch die Stimme leiser. 1890 schloss sie sich der 1872 gegründeten Londoner ‚Marylebone Spiritualist Association‘ an; ihr Mann Thomas wurde für fünfzehn Jahre deren Präsident.

Lit.: Bennett, E. T.: Direct Phenomena of Spiritualism – Speaking, Writing, Drawing, Music and  Painting, London 1908; Oppenheim, Janet:  The Other World: Spiritualism and Psychical Research in England, 1850 – 1914, Cambridge University Press 1998.

Evola, Baron Giulio, Cesare Andrea Evola (*19.05.1898 Rom; † 11.06.1974 ebd.), Kulturphilosoph u. esot. Schriftsteller antisemit. Einstellung, Mitbegründer des italien. Dadaismus u. Philosoph eines magischen Idealismus. Kulturpessimist und Gegner der Mo-
derne, weil Traditionalist, betrachtete alle kulturellen Entwicklungen nach der Antike als negativ; beeinflusst von Meister Eckehart, Laotse (dessen Tao-Te-King er ins Italienische übersetzte), René Guénon u. a.; Mitglied des magischen Zirkels UR, den er  1927 mit 29 Jahren gründete, Hrsg. der okk. Zschr. Ur (bzw. später Krur) 1927–29. E. wurde zwar katholisch erzogen, doch wandte er sich später vom Christentum ab und verbat sich daher ein kathol. Begräbnis. Sein Leichnam wurde verbrannt u. dessen Asche in einer Gletscherspalte des Monte Rosa versenkt.

W.: 25 Bücher, dazu zahlreiche Aufsätze, einige auch original in deutscher Sprache, z. B. Magie als Wissenschaft vom Ich. 2 Bde., Interlaken 1985, 1998; Das Mysterium des Grals [Aufsatzsammlung], München 1955, Schwarzenburg: AAGW, 1978; Die Hermetische Tradition. Interlaken: Ansata-Verlag, 2001.

Lit.: Hakl, H. T.: Evola. In: Gnostika (Okt. 2002), Nr. 22, 50 –59; ders.: Verschlungene Pfade auf der Suche nach Transzendenz. Leben und Werk von Julius Evola (1898 –1974). In: GW 57 (2008) 2, 151 – 173.

Evolo, Natuzza Fortunata (*23.08.1924 Paravati bei Mileto in Kalabrien; † 1.11.2009 ebd.), (Natuzza ist die Koseform für ihren Vornamen Fortunata), stigm. Mystikerin, sprach mit den Verstorbenen und den Heiligen, soll auch die Gabe der Krankheitsdiagnose und der Lokalisierung von vermissten Gegenständen besessen haben. Zudem wird von über 50 Fällen von Bilokation gesprochen. Produzierte Hämographie an den Gegenständen, die mit ihrem Körper in Berührung kamen. Sie wollte sich keiner wissenschaftl. Untersuchung unterwerfen und nahm auch kein Geld von den Bittstellern.

Paranormales in ihrer Biografie: Im Alter von ca. 10 Jahren, als sie allein im Haus war, klopfte ein vermeintlicher Bettelmönch an ihre Tür. Er sagte ihr, er sei der hl. > Franz von Paula († 1507). Bei ihrer Erstkommunion bemerkte sie, dass ihr Mund nach dem Empfang der Hostie voll Blut war. Gegen Ende des Jahres 1938 nahm der Advokat Silvio Colloca aus Mileto Natuzza als Haushaltsgehilfin für seine Frau Alba in seinen Dienst. Ihre Hausherrin bemerkte anlässlich eines Spazierganges, dass aus Natuzzas Halbschuhen Blut floss. Die Ärzte meinten, es sei nur ein Bluterguss; in der Folge Blutungsphänomene auch an anderen Körperstellen. Im Traum erschienen ihr Verstorbene. In pseudoepileptischen Absencen sah sie (Juni 1939) Jesus, Maria, Engel. Natuzza lebte in einem Altenheim in Paravati, dem auch ein Coenacolo angeschlossen ist. Sie empfing dort Antwortsuchende, die ihre in italienischer Sprache aufgeschriebenen Fragen einem Begleiter übergeben mussten, der sie an N. weiterreichte.

Lit.: Bouflet I, S. 202–208 (Duftphänomen); Nachruf in: GW 58 (2009) 4, 367f.

Ewich, Johann, (*1525 Cleve; † 1588), Studium der Medizin in Venedig und Padua, Arzt in Duisburg, ab 1562 Stadtphysicus in Bremen, wirkte dort während der Pest 1564 – 66. Ab 1582 hielt er öffentliche Lehrvorträge, in denen er als Anhänger des Johannes > Weyer die Hexenprozesse und die Folter verurteilte; im Gegensatz zu > Scribonius (Wilhelm Adolph Schreiber) lehnte er auch die sog. Wasserprobe  ab. Nach ihm seien die angenommenen Kräfte der Hexen erdichtet, beruhen auf Sinnestäuschungen bzw. Projektionen der Mitmenschen aufgrund von eventuell vorhandenen körperlichen Gebrechen oder Geisteskrankheiten. Daher sollten auch die sog. Geständnisse von Angeklagten überprüft werden.

W.: De sagarum quas vulgo veneficas appellant natura… Bremae, 1584; Bedencken von Hexen, Bremen 1585.

Eymericus, Nicolaus, OP

(*um 1320; † 1399), span. Dominikaner 1334, seit 1357 Generalinquisitor von Aragonien, ab 1366 Großinquisitor von Spanien. Ging besonders rigoros gegen die Waldenser und die Anhänger von > Raimundus Lullus vor. E. verfocht die Ansicht, dass Zauberer als Ketzer zu betrachten seien und damit auch den weltlichen Gerichten zur Todesstrafe zu übergeben seien. Sein Traktat Directorium diente Heinrich > Institoris als Anregung für dessen Hexenhammer.

W.: Directorium officii Inquisitorum (1376), wurde zum Standardhandbuch für die Ketzerinquisition.

Eysenck, Hans Jürgen (*4.03.1916 Berlin; † 4.09.1997 London), 1934 Auswanderung aus dem nationalsozialist. Deutschland nach Frankreich und dann nach England, wo er 1940 in London promovierte; arbeitete während des Zweiten Weltkrieges in einem Nothospital; nach Kriegsende Dozent an der Universität und zugleich Direktor der psychologischen Abteilung der der Universität angeschlossenen Maudsley-Klinik; 1955
Prof. für Psychologie an der University of London bis 1983.

E. entwickelte als Persönlichkeitsforscher einen eigenen Test. Bei der Bestimmung des angeborenen Teils der individuellen Intelligenz schätzte er diesen auf 70 – 80% ein. Er zeigt in seinen Publikationen eine aufgeschlossene und positive Einstellung gegenüber paraps. Phänomenen. Nach seiner Theorie (1967) erzielen Extrovertierte mehr Treffer in PSI-Tests als Introvertierte. Gründer und Herausgeber der Zeitschrift Personality and Individual Differences; gilt auch als einer der Gründer der Verhaltenstherapie; fand neben PPS auch Interesse an Astrologie. E. schrieb mehr als 50 Bücher und über 900 Artikel.

W.: Eysenck, H. / C. Sargent: Explaining the Unexplained, 1982; dies.: Know Your Own PSI-IQ, 1983; Haben Sie außersinnliche Kräfte? Düsseldorf: Econ, 1997; Wege und Abwege der Psychologie. Eschborn bei Frankfurt / M.: Klotz, 141997.

 

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