Vinzenz Romano


VINZENZ ROMANO

 (1751-1831)

PFARRER

Heilig: 14. Oktober 2018
Fest: 20. Dezember

VINZENZ ROMANO wurde am 3. Juni 1751 in der Stadt Torre del Greco am Golf von Neapel als Sohn von Romano und Grazia Rivieccio geboren und verbrachte seine ersten Lebensjahre im Kreis der Familie. Die Eltern waren sehr religiös. Mit 14 Jahren wurde Vinzenz zum Diözesanseminar von Neapel zugelassen, wo er den Ratschlägen seines Sprituals Mariano Arciero und den Unterweisungen des hl. Alfons von Liguori folgen konnte.

Nach der Priesterweihe am 10. Juni 1775 widmete sich Romano mit Eifer und Hingabe dem Katechismusunterricht, dem Beistand der Armen und Kranken sowie den vielen Matrosen aus Torre del Greco, die häufig zur See fuhren, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, sodass er den Beinamen „unermüdlicher Arbeiter“ erhielt.
Von 1796 bis 1831 leitete er die Pfarrei Santa Croce, die damals die gesamte Stadt Torre del Greco umfasste, das am dichtesten besiedelte Gebiet Neapels.
Durch den verheerenden Ausbruch des Vesuv am 15. Juni 1794, der Stadt und Pfarrkirche fast zur Gänze zerstörte, trat sein apostolischer Eifer besonders hervor. Unverzüglich machte er sich an die materielle und geistige Erneuerung von Stadt und Kirche, die größer und imposanter wiedererstehen sollte.
Bei seiner pastoralen Arbeit in Torre del Greco, die er zeitlebens ohne Unterbrechung fortführte, setzte Romano die Verkündigung des Wortes Gottes an die erste Stelle, wofür er sowohl sein Talent als Prediger als auch seine schriftstellerischen Fähigkeiten
einsetzte (davon zeugen Katechismus-Broschüren und eine Reihe von Predigttexten). Er predigte jeden Tag zu seinen Leuten und sonntags sogar bis zu fünfmal. Zudem führte er eine pastorale Methode ein, die darin bestand, dass er an Festtagen mit dem Kruzifix in der Hand auf öffentlichen Plätzen und Wegkreuzungen seine Runden drehte, um kurze Predigten für die Menschen zu halten, die er um sich versammelte und anschließend in eine Kirche geleitete, um die auf der Straße begonnene Arbeit zum Abschluss zu bringen.
Darüber hinaus propagierte er das allabendliche gemeinschaftliche Rosenkranzgebet. Gleichzeitig widmete er sich den menschlichen und materiellen Problemen der Leute, mit denen er Freud und Leid sowie die Hoffnung teilte. Er engagierte sich in der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen in seinem Haus, wo er in den unterschiedlichsten Fächern kostenfrei Vorträge hielt. Und er bemühte sich darum, jene Bewohner, die von den barbarischen Piraten versklavt worden waren, wieder freizukaufen.
Nie ließ er seine Herde im Stich – weder bei politischen Unruhen noch bei den Ausbrüchen des Vesuvs oder während der Aktionen der Mafia. In diesem Sinne war er ein Mann, der immer unterwegs war, um Menschen zu retten – auf öffentlichen Plätzen, auf den Straßen, auf dem Land, an der Küste, in den Häusern.
So lebte Vinzenz Romano sein priesterliches Leben, indem er 35 Jahre als Hirte der Pfarrei Santa Croce wirkte und sich, wie er sagte, für das ihm anvertraute Volk „aufopferte“. Und wenn ihn seine Zeitgenossen schon zu Lebzeiten einen „Heiligen“ nannten, so geschah dies wegen seiner Liebe zu Gott und den Menschen, die sich überall in seinem Leben und Handeln manifestierte.
Auf diese Weise konkretisierte sich, was er in einer seiner Predigten an die Priester zum Ausdruck brachte: „Wir sind Licht der Welt, um durch gute Beispiele zu leuchten. Aber wo kein Feuer ist, ist auch kein Licht. Wir müssen unterweisen, mahnen, doch ohne Liebe sind wir ein tönendes Erz, eine klingende Schelle, denn wer nicht brennt, zündet nicht … die Liebe ist die Königin, die Seele, die Grundlage aller Tugenden, aller guten Werke. Ohne diese Liebe sind wir nichts, nichts wird uns helfen.“
In einer anderen Predigt an den Klerus mit dem suggestiven Titel „Die guten Werke muss man gut machen“ beginnt er so: „Normalerweise begnügen wir uns damit, gute Werke zu üben und uns dies einzuprägen, aber man achtet wenig darauf, sie gut zu machen und dies weiterzugeben, als wäre es überflüssig oder unmöglich oder unnütz.“ Die Predigt ist ganz darauf ausgerichtet, die Priester davon zu überzeugen, „den erhabenen priesterlichen Dienst gut zu tun“. Und er schließt mit einem Gebet an Jesus „für diese meine überaus geliebten Mitbrüder, Deine Diener, die Du mir zu Diensten gegeben hast, um diese Deine Herde zu leiten“.
„Wir Priester sind die Arbeiter im Weinberg der Kirche, Arbeiter, die ihn kultivieren und die Erte einbringen müssen. In dieser Kirche gibt es Sünder zu bekehren, Schwache zu stärken, Ignoranten zu unterweisen. Alle bedürfen der Hilfe der Priester.“
Als großer Verehrer der Immaculata verfasste Romano für seine Pfarrgemeinde ein Büchlein mit Betrachtungen der 15 Geheimnisse des Rosenkranzes. Im ersten freudenreichen Geheimnis lud er dazu ein, „die überaus große Liebe des Sohnes Gottes, der aus Liebe zu uns und um unserer Erlösung willen Mensch geworden ist“, zu betrachten. „Daher müssen wir ihn lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Die Allerseligste Jungfrau, zur höchsten Würde der Gottesmutter erhoben, erniedrigt sich zutiefst: Siehe die Magd Gottes, gestalte mich nach Deinem Wort. Hierin lehrt er uns, demütig zu sein,um erhöht zu werden.“
Schließllich durfte er im Jahre 1827 die Fertigstellung der neuen Kirche Santa Croce miterleben.
Pfarrer Vinzenz starb am 20. Dezember 1831 in Torre del Greco an Lungenentzündung. Wegen des Rufes der Heiligkeit, der ihn im Leben begleiete, wurde er unverzüglich in der Kapelle des hl. Franz von Sales in der von ihm wiedererrichteten Kirche Santa Croce bestattet.
Am 17. November 1963 wurde Vinzenz Romano von Papst Paul VI. seliggesprochen und am 14. Oktober 2018 von Papst Franziskus heiliggesprochen.