MARIA ANTONIA VOM HL. JOSEF
(MAMA ANTULA)
(1730-1799)
Heilig: 11. Februar 2024
Fest: 7. März
MARIA ANTONIA VOM HL. JOSEF (bürgerl. Maria Antonia de Paz y Figueroa) wurde 1730 in der Provinz Tucumán, Argentinien, in einer wohlhabenden Patrizierfamilie geboren. Von Kindheit an wurde sie nach christlichen Werten erzogen und kam schon bald mit der ignatianischen Spiritualität in Berührung. 1745 kleidete sie sich in den jesuitischen Habit, legte die privaten Gelübde ab, zog sich in eine örtliche Klause zurück und begann zusammen mit anderen geweihten Frauen ein Gemeinschaftsleben.
Als die Jesuiten 1767 von den Territorien der Spanischen Krone vertrieben wurden, erwog Maria Antonia, mit dem Apostolat geistlicher Exerzitien fortzufahren, die sie für Personen jeden gesellschaftlichen Standes als kostbares Gut erachtete. Für dieses Projekt erhielt sie die volle Zustimmung sowohl des Beichtvaters als auch des Bischofs von Santiago del Estero, wo sie ein Haus eröffnete. Die Methode der Dienerin Gottes war denkbar einfach. Kam sie in eine Stadt oder Ortschaft, die sie für die Abhaltung geistlicher Übungen für geeignet hielt, wurde sie unverzüglich bei den verschiedenen Autoritäten vorstellig, um die notwendige Erlaubnis einzuholen.
War ihr Vorhaben erst einmal bekannt geworden, ging sie daran, fähige Priester zur Abhaltung der Exerzitien einzuladen und passende Räumlichkeiten ausfindig zu machen, die groß genug waren, um für ca. zehn Tage etwa hundert Personen zu beherbergen. Dabei gelang es ihr stets, alles Nötige für den freien Unterhalt der Teilnehmer aufzubringen und außerdem die vielfältigen logistischen Probleme, die sich ihr in den Weg stellten, zu lösen. Die Früchte, die von der Dienerin Gottes zum Schluss und nach Beendigung eines jeden Kurses geerntet wurden, waren vielfältig: In zahlreichen Fällen half sie, Sitten und Bräuche neu zu gestalten, den Lebensstil tiefgreifend zu ändern, Laster auszumerzen, Sünder zu bekehren, profane Eitelkeiten zu überwinden sowie den Priesterstand und das religiöse Leben von Männern und Frauen aufzuwerten.
Für viele Teilnehmende an den diversen geistlichen Übungen wurde Maria Antonia zu einem Beispiel demütiger und spontaner Einfachheit. Durch ihre Verfügbarkeit und Weisheit verstand sie es, aufzubauen. Nach einer Zeit des Hin- und Herwanderns zwischen den Städten Jujuy, Salta, Tucumán, Catamarca, La Rioja und Córdoba (3.000 km zu Fuß!) zur Vorbereitung der geistlichen Übungen ließ sie sich in Buenos Aires nieder (nochmals nahezu 1.500 km Fußmarsch), wo sie schon bald die Wertschätzung und das Vertrauen des Bischofs erlangte, der ihr verschiedene und weitreichende Befugnisse zugestand. So führte sie die Verehrung des hl. Kajetan ein, die in Argentinien damals weit verbreitet war.
Ihr starker Glaube, ihre außergewöhnliche Hoffnung sowie ihre große Liebe zu Gott und den Menschen machten Maria Antonia zu einem authentischen Instrument in den Händen des Herrn. Ihr leuchtendes Apostolat prägte sich tief in das christliche Leben der Umgebung ein. Als überzeugte und eifrige Frau trat sie allen Herausforderungen ihres Lebens, vor allem den widrigsten Umständen, voll Vertrauen entgegen. Sie liebte das Gebet, das Opfer und die Sühne. Das ging so weit, dass sie barfuß zu gehen und den Bußgürtel zu tragen pflegte. Zudem war sie für ihre besondere Umsicht geschätzt, die sich vor allem darin zeigte, dass sie, bevor sie irgendeine Entscheidung traf, kluge Personen und andere religiöse Autoritäten um Rat fragte.
Dank ihrer Liebenswürdigkeit war sie in der Lage, Arm und Reich zusammenzubringen, ohne dabei für Verstimmung zu sorgen. All das brachte ihr die Wertschätzung vieler Gönner ein, die sie in ihrer Arbeit unterstützten. Zwischen 1790 und 1792 erreichte sie das heutige Uruguay, um dort ihre Sendung voranzutreiben und zu verbreiten. Wieder in Buenos Aires, ging sie an die Errichtung eines größeren Gebäudes, wo sie ihre Aktivitäten ausüben konnte. So entstand ein Exerzitienhaus, das heute noch in Betrieb ist. Ihre Mission übertrug sich auf eine Gemeinschaft frommer Frauen, die später die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser bilden sollten.
Anfang März 1799 erkrankte Maria Antonia schwer. Sie starb gottergeben am 7. März 1799. Ihre sterbliche Hülle wurde in höchster Armut im Friedhof an der Kirche der Pietà von Buenos Aires bestattet und später in das Innere derselben übertragen, wo sie heute Anziehungspunkt der Pilger ist.
Am 27. August 2016 wurde Maria Antonia vom hl. Josef, genannt Mama Antula, von Papst Franziskus seliggesprochen.
Am 24. Oktober 2023 ermächtigte der Pontifex die Heiligsprechungskongregation zur Promulgation des Dekrets betreffend ein der Seligen zugeschriebenes Wunder.
Am 11. Februar 2024 schließlich wurde Mama Antula von Papst Franziskus heiliggesprochen. Sie ist die erste Heilige Argentiniens.