Im profanen Sinn Berufssymbol (Attribut der Kaufleute), in vielen Religionen jedoch ein religiöses Symbol. So ist in der ägyptischen Religion seit ca. 1500 v. Chr. die Seelenwägung literarisch im Totenbuch belegt, bildlich schon früher. In Gegenwart des Totenrichters Osiris wird das Herz des Toten gewogen, in der anderen Waagschale liegt eine Straußenfeder als Verkörperung der Maat, der Göttin der Weisheit und Gerechtigkeit. Bleibt die Waage im Gleichgewicht, entsprechen die Taten des Verstorbenen der sittlichen Ordnung.
Im alten Griechenland ist die Rede von der sog. Schicksalswaage. Zeus lässt die Moiren (Schicksalsgöttinnen) über das Los zweier gegnerischer Helden entscheiden. In den Waagschalen liegen Todeslose. Wessen Schale sinkt, der ist dem Tod verfallen. Andererseits bedeutet aber auch das Zu-leicht-befunden-Werden Unheil.
In Rom führen die Göttinnen Fortuna, Aequitas und Iustitia eine W. als Attribut mit sich.
Im Alten Testament gilt die W. als Symbol des Rechts oder ist Sinnbild für das sorgfältige Abwägen der Worte, während im Neuen Testament Hungersnot und Teuerung mit ihr in Verbindung gebracht werden.
Ab dem 12. Jh. finden sich in allen Teilen des Abendlandes bildliche Darstellungen mit dem Erzengel Michael als Seelenwäger und Geleiter auf dem letzten Weg zu Gott.
Von der Seelenwägung zu unterscheiden ist die sog. Sünder- oder Gelübde-Waage, mit der Kranke und Büßer ihr Körpergewicht in Edelmetall, Wachs oder Naturalien als Opfer darbrachten, bevor sie die Lossprechung erhielten.
Auch in der Astrologie hat die W. ihren Platz, wo sie das siebte Zeichen des Tierkreises ist und dem ersten Herbstmonat entspricht. Dargestellt wird das Zeichen W. (altgriech. zygós, lat. libra) seit der Antike als einfache Waage mit zwei durch einen Waagbalken verbundenen Waagschalen. Wegen der Wanderung des Frühlingspunktes entspricht das Tierkreiszeichen Waage heute nicht mehr dem Sternbild Waage. Die ursprüngliche Herkunft des Sternbildes ist noch weitgehend ungeklärt. Nach astrologischer Deutung wird W.-Geborenen Lebenslust mit einem ausgeprägten Hang zu Harmonie und Kunst nachgesagt.
Ganz allgemein beinhaltet der Begriff W. die Symbolik des Gleichgewichts. Daher rührt auch die Redewendung „jemandem die Waage halten“. Im Sinne von besonnenem Abwägen steht die W. nicht zuletzt für Klugheit.
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