Teresa von Ávila

Span. Teresa de Ávila, geb. Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada (* 28.03.1515 Ávila, Spanien; † 04.10.1582 Alba de Tormes).
T. war die Tochter von Beatriz de Ahumada und Alonso Sánchez de Cepeda, einer reichen kastilischen Adelsfamilie, in Ávila, Spanien. Der Vater war zweimal verheiratet. Mit Catalina del Peso hatte er zwei Kinder. Nach ihrem Tod 1507 ehelichte er zwei Jahre später Beatriz de Ahumada, die ihm zehn Kinder schenkte.
Ihre Kindheit verbrachte T. bis zum Tod ihrer Mutter 1528 im Kreis der Familie. Danach kam sie in das Internat der Augustinerinnen in Ávila, das sie wegen schwerer Krankheit aber bald wieder verließ. Sie fühlte nun immer stärker den Zwiespalt zwischen ihrer Freude am weltlichen Leben und ihrer Angst vor Hölle und Ewigkeit, die sie, gegen den Willen des Vaters, 1535 in das Noviziat der Karmelitinnen in Ávila trieb. Nach tiefen religiösen Erfahrungen erkrankte sie auch hier. Sie spürte, wie sie die Kraft des inneren Gebets verlor und suchte Ablenkung vom gesellschaftlichen Leben des Klosters, das eher ein feudales Damenstift mit Dienerschaft und regem Besucherandrang war. 15 Jahre lang führte sie ein höchst qualvolles Leben. Einerseits vernahm sie den Ruf Gottes, andererseits die Verlockungen der Welt.
1554 erlebte T. ihre innere Umkehr und 1558 fasste sie den Entschluss, nach dem Vorbild der Klarissinnen die Regel der Loslösung von der Welt, des Bußgebets und der Armut wieder einzuführen. Letztere bezog sich auch auf die Fußbekleidung, weshalb die Schwestern dann die Unbeschuhten genannt wurden. 1560 erfolgte die Begegnung mit dem hl. Petrus von Alcantara, der großen Eindruck bei ihr hinterließ.
Am 24. August 1562 gründete T. den Konvent vom hl. Josef, das erste Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Ávila. Es folgten Gründungen von 17 Frauen- und Männerklöstern. Das erste Männerkloster der Unbeschuhten wurde am 1. Adventsonntag 1568 in Duruelo gegründet.
1571 wurde T. Priorin des Convento de la Encarnación in Ávila. Als solche verbot sie den Schwestern, über ihre Ekstasen und Levitationen zu berichten.
T. starb am 4. Oktober 1582 während einer Visitationsreise in Alba de Tormes. In der Nacht ihres Todes trat die gregorianische Kalenderreform in Kraft, sodass der nächste Tag der 15. Oktober war. An diesem Tag wurde T. unter dem Chorgitter der Schwestern in der Erde beigesetzt. Bei Öffnung des Grabes am 1. Juli 1583 und dann am 24. November 1585 wurde der Leichnam unversehrt vorgefunden.
Am 24.04.1614 wurde T. von Ávila durch Papst Paul V. seliggesprochen und am 12.03.1622 durch Papst Gregor XV. heiliggesprochen. Am 27.09.1970 ernannte sie Papst Paul VI. zur Kirchenlehrerin. Zum 500. Geburtstag wurde der gelehrten Ordensfrau und Mystikerin am 5. August 2015 posthum die Ehrendoktorwürde ihrer katholischen Heimatuniversität Ávila verliehen.
Neben ihrer Autobiografie und den Büchern
Weg der Vollkommenheit, Das Buch der Gründungen, Die Seelenburg sowie kleineren Schriften verfasste T. auch 31 Gedichte und 458 Briefe.

Lit.: Resch, Andreas: Teresa von Ávila: Ordensgründerin, Mystikerin und Kirchenlehrerin, in: Ders.: Religiöse Erfahrungen und Wunder (Reihe R; 13). Innsbruck: Resch, 2018, S. 261-296.

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