Tempestari

Wettermacher. Wettermacherei ist bereits seit der Antike bekannt. Kritische Stimmen dagegen erhoben sich auf dem Konzil von Braga (6. Jh.). Agobard (ca. 769-840), Erzbischof von Lyon, war überzeugt, dass das Wetter nur Gott und seine Diener beeinflussen könnten. In seiner Schrift Gegen die törichte Volksmeinung über die Entstehung von Unwettern (9. Jh.) beklagt er, dass in seiner Heimat sowohl Adelige als auch einfache Leute doch tatsächlich glauben würden, Wetterzauberer könnten einen Sturm heraufbeschwören und so die Ernte gefährden. Einige Dörfer hätten ihre eigenen T., deren Lebensunterhalt von der Gemeinde im Austausch dafür bezahlt werde, die Region vor Unwettern zu schützen. Gelinge ihnen dies nicht, hätten sie sich nach eingetretenen Katastrophen fortan selbst zu versorgen. Von anderen wurden die T. als gefährliche Außenseiter betrachtet, die irgendwo am Rande der Gemeinschaft lebten und den Bauern drohten, wenn sie die geforderten „Schutzgelder“ nicht zahlen wollten, Sturm und Hagel zu senden und die Ernte in ihren Wolkenschiffen in ein Land namens Mangonia zu verfrachten und dort zu verkaufen. Sie seien auch in der Lage, dem einen Feldfrüchte und Milch wegzunehmen und einem anderen zukommen zu lassen. Ferner könnten sie die Zukunft voraussagen.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
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