Tempelring

Auch Altarring. In dem isländischen Geschichtswerk Landnámabók und einer Reihe weiterer Isländersagas ist die Rede von einem T., der auf den Altären der Tempel als Schwurring gelegen habe und bei Opfern durch die Priester mit Opferblut besprengt worden sei. Schwurringe werden auch in Eddaliedern erwähnt. Das Anglo Saxon Chronicle, eine Sammlung frühmittelalterlicher Annalen aus dem angelsächsischen England, berichtet von einem Friedensschwur der Angeln und Dänen auf einen Ring im Jahre 876.
Die isländischen Sagas beschreiben den T. meist als kleinen Ring von ca. 50g Gewicht, einem Siegelring ähnlich, was den Erwartungen von einem Schwurring kaum Genüge getan hätte. Daher wurde der zumindest 550 g schwere Schwurring (vermutlich ein Armring) in der Eyrbyggja-Saga mit dem noch schwereren gotischen Runenring von Pietrossa (vor 380 n. Chr.) verglichen. Dieser war zweifelsfrei ein sakraler Gegenstand, worauf auch die entsprechende Inschrift schließen lässt. Ein Brief des mailändischen Bischofs Ambrosianus von 381 bestätigt, dass solche Armringe von heidnischen gotischen Priestern getragen wurden.

Lit.: Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart: Kröner, 3., völlig überarb. Aufl. 2006.

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