Tartarotti, Don Girolamo

(* 02.01.1702 Rovereto, Italien; 16.05.1761 ebd.), studierte Theologie und klassische Philologie in Padua und Verona, wirkte anschließend in Innsbruck, Rom und Venedig und ließ sich schließlich in seiner Geburtsstadt nieder; mit 25 Jahren nahm er die Tonsur.
Vermutlich war die Erinnerung an die miterlebten Hexenprozesse ausschlaggebend für die Herausgabe seines Buches Del Congresso Notturno delle Lammie (1749), das T. in drei Teile gliederte. Im ersten Teil beschäftigte er sich mit dem Aberglauben verschiedener Völker. Im zweiten Teil behandelte er den Hexenflug und die Sabbatfeiern, die er beide bestritt. Im dritten Teil kritisierte er vor allem die Ansichten des Jesuiten und Hexenverfolgers Martin Anton Delrio (1551-1608), woraufhin ein literarischer Streit entbrannte.
In seinem 1751 erschienenen Antwort-Werk Apologia del Congresso notturno delle Lammie hielt T. fest, dass es Magie zwar gäbe, nicht jedoch die Hexerei im Sinne des Hexereibegriffes, wie er sich entwickelt hatte. Diese sei lediglich eine Konstruktion theologischer und juristischer Gelehrter. Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten.
T.s wissenschaftliche Forschungen zur Geschichte des Hochstifts Trient, wo 1716/17 noch Hinrichtungen stattfanden, und zu den dabei mit Hilfe historischer Beweise aufgedeckten Mythen und Legenden brachten ihm kirchlicherseits viel Kritik ein und führten 1761 sogar zur öffentlichen Verbrennung einer seiner Schriften. Bald darauf starb T. in seiner Heimatstadt Rovereto.

Lit.: Tartarotti, Gottfried: Im Kampf gegen den Hexenwahn: Girolamo (Hieronymus) Tartarotti-Serbati. Sein Leben und Wirken in Kurzbiographie, in: Tiroler Heimat, Bd. 50, Innsbruck 1986, S. 127-147.

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