Tartaros

(Griech.; lat. Tartarus), in der griechischen Mythologie ein personifizierter Teil der Unterwelt in der tiefsten Region des Hades.
Zu ewigen Qualen im T. verurteilt waren die Titanen, Arke, Tityos, Ixion, Oknos, Phlegyas, Salmoneus, die Danaiden, die Aloiden, Sisyphos und Tantalos, der Sohn des Zeus.
Laut platonischer Seelenlehre kamen die Verstorbenen nach Überquerung des Totenflusses vor die Richter Minos, Rhadamanthys und Aiakos, welche die Seelen der Toten begutachteten. Sollten sie dabei eine ungerechte oder meineidige Seele entdecken, kam diese in den Tartaros.
Auch in der Bibel wird auf den Begriff angespielt. So ist er im griechischen Urtext ein einziges Mal, im zweiten Petrusbrief (2 Petr 2,4) belegt. Im Lukasevangelium (Lk 8,31) wird Jesus Christus von einem Dämon namens Legion gebeten, ihn nicht in den „Abgrund“ zu stoßen. Und nach der Offenbarung des Johannes soll der Drache (Satan) für eintausend Jahre im Abgrund gefesselt werden, bevor er für kurze Zeit freigelassen (Offb 20,3) wird.

Lit.: Platon: Der Staat, hrsg. u. übers. v. August Horneffer. Leipzig, 1908, S. 348-351.

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