Tarnkappe

(Altdt. tarni, heimlich), ursprünglich ein Mantel mit Kapuze, dann vielfach nur Bezeichnung für eine Kopfbedeckung, die den Träger unsichtbar machte; spielte im Glauben der Germanen eine Rolle und bezog sich zunächst auf Zwergen, Elfen usw., fand schließlich aber auch Eingang in die Heldensage.
Berühmt ist die Geschichte aus dem Nibelungenlied, in der Siegfried die T. des Zwergenkönigs Alberich erringt und mit ihrer Hilfe Brünhild im Kampf bezwingt.
In der griechischen Mythologie fertigen die Zyklopen dem Unterweltgott Hades einen Helm, der ihn im Kampf an der Seite von Zeus gegen die Titanen unsichtbar macht. Hermes trägt eine T. im Kampf gegen den Giganten Hippolytos. Perseus erhält eine T. von den Nymphen auf dem Weg zur Gorgone Medusa.
Die T.ntechnik kommt heute, außer im militärischen Bereich (Tarnkappenbomber), auch bei weniger spektakulären Aktionen zum Einsatz. So tarnen sich beispielsweise Scharfschützen, Jäger und Naturfotografen mit naturfarbenen bzw. der Umgebung angepassten Umhängen.

Lit.: Holzapfel, Otto: Lexikon der abendländischen Mythologie. Freiburg i.Br.: Herder, 2002.
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