Tantra

Altindische Liebes- und Bewusstseinsschule im Hinduismus und Buddhismus (auch Tantrayana genannt), welche die bewusste Auseinandersetzung mit dem Körper, der Sexualität, Intimität, der Seele, dem Frau- und Mannsein, der Beziehung, Liebe, Sinnlichkeit und der Spiritualität fördert. Die Lehre entstand im 2. Jh., eine komplette Ausprägung wurde jedoch erst fünf- bis siebenhundert Jahre später erreicht.
Der Begriff T. bzw. Tantrayana leitet sich von der Sanskritwurzel tan ab und kann mit „ausdehnen“ übersetzt werden.
T. basiert auf der Annahme, dass sich im menschlichen Körper Energiebahnen und -zentren befinden, die durch eine Schärfung des Bewusstseins erfasst und geleitet bzw. kontrolliert werden können. Da neben der Energie des Körpers auch die gesamte Umgebung des Menschen aus Energieflüssen bestehe, könne sich der Mensch durch T. mit diesen verbinden und auf das dort gelagerte Wissen zurückgreifen.

Lit.: White, David Gordon: Tantra in Practice. Princeton, NJ: Princeton University Press, 2018.
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