(Hebr., Schlange, Seeungeheuer, Krokodil; griech. drákon, lat. draco, Drache). 1. Jüd. Ungeheuer in der Urzeit sowie Verkörperung der chaotischen Kräfte und widergöttlichen Macht, z.T. identisch mit der Riesenschlange Leviathan. 2. Christl. eschatologischer Schlangendrache, der zunächst den gesamten Erdkreis beherrschen, schlussendlich aber endgültig bezwungen wird. Mit seinem Schwanz fegt er ein Drittel aller Sterne vom Himmel und wirft sie auf die Erde. Er wartet vor der schwangeren Frau, um sogleich deren Kind noch bei der Geburt zu verschlingen. Nach einem im Himmel verlorenen Krieg des Drachen mit seinen Engeln gegen Michael und dessen Engel wird der Drache mit seinen Engeln auf die Erde hinabgeworfen. Der feuerrote Drache wird mit 7 Köpfen, 10 Hörnern und 7 Kronen dargestellt und mit Diábolos und Satán identifiziert. Der die schwangere Frau und deren ungeborenes Kind verfolgende Drache entspricht in der griechischen Mythologie dem die schwangere Letó verfolgenden Python. Vgl. „Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache (Offb 13,11).
Lit.: Bellinger, G.J.: Knaurs Lexikon der Mythologie. München: area, 2005.