(* 14.04.1572 Innsbruck; † 25.05.1632 Unken bei Salzburg), 1591 Eintritt in den Jesuitenorden, Studium in Ingolstadt und Dillingen, wo T. als Prof. für Hebräisch wirkte; anschließend Prof. für Moraltheologie in München; 1597 Priesterweihe in Eichstätt; 1603 Dr. theol., Prof. für scholastische Theologie in Ingolstadt, Dekan der dortigen Fakultät; kurze Aufenthalte an der Wiener Hochschule und an der Prager Universität, drei Jahre im Jesuitenkolleg in Hall in Tirol, 1631 Rückkehr nach Ingolstadt.
Durch sein literarisches Schaffen gewann T. zusehends an Ansehen und Achtung. 1626/27 erschien sein Hauptwerk Universa theologia scholastica, in dessen dritten Band er sich mit dem Sonderverbrechen der Hexerei auseinandersetzt. T. glaubte zwar an die Existenz von Hexen und hielt auch deren Bestrafung für angebracht, wandte sich jedoch gegen einzelne Punkte des klassischen Hexereibegriffes und gegen gewisse Vorgehensweisen bei den Prozessen. Er sprach sich für rationalere und humanere Methoden aus. Der Einsatz von Folter bei leichtfertigen Beschuldigungen war ihm ein Dorn im Auge und der Einwand von Dämonologen und Hexenrichtern, dass Gott die Verurteilung einer unschuldigen Person in einem Hexenprozess ohnehin nicht zulasse, wurde von ihm ebenso widerlegt. Hinter Hexenflug und Hexensabbat vermutete er lediglich phantastische Schilderungen, Sinnestäuschungen oder gar Träumereien.
Auf T.s. Anschauungen bauten weitere Gegner des Hexenwahns auf, so z.B. der Tiroler Jesuit Paul Laymann (1574-1635), der Lutheraner Johannes M. Meyfahrt (1590-1642), der Calvinist H. Löhner oder der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635).
1632 reiste T. von Ingolstadt wieder in Richtung Innsbruck, wo er seinen Lebensabend verbringen wollte, musste aber aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen im Zuge des Schwedeneinfalls in Bayern und an den Grenzen Tirols mehrmals Umwege in Kauf nehmen, sodass er schließlich am 25. Mai 1632 unmittelbar vor der Tiroler Grenze in dem kleinen Ort Unken starb. Sein Grab ist seit einem Umbau der Kirche nicht mehr auffindbar. Der Legende nach sollen ihm die Dorfbewohner vorerst ein christliches Begräbnis verweigert haben, weil in seinem Nachlass ein Mikroskop mit einem kleinen haarigen Insekt (Mücke) gefunden wurde, das sie für einen „Glasteufel“ hielten.
Lokaler Suchagent
Translator
Themenkatalog
Artikel
Beati e Santi
Bücher
Burkhard Heim
Glossar: Ethik
Glossar: Paranormologie
Paranormologie
Selige Heilige
Zeitschrift: GW
Zeitschrift: ETHICAAUDIOTHEK
Resch: Predigten
Resch: Radio VatikanVIDEOTHEK
Resch: Spuk
Außerk. Erf.: Experiment
Ekstase: Marija, Medjugorje
Gemeinschaften: Umbanda
Hypnose: Zahnbehandlung
Levitation: Levitation Owaku
Spritismus: Spiritistische Sitzung
Psychokinese: Kulagina
Trance-Chirurgie: Dr. DeQueiros
Verfluchung: VoodooritualNeuere Bücher
Auch das könnte interessieren
- Geister
- Grabtuch und Schleier
- Inselbegabungen
- Kosmologie
- Leben und Tod
- Marienerscheinungen
- Mystik