Tammuz

Babylonisch-assyrischer Ernte- und Vegetationsgott, Gemahl der Fruchtbarkeitsgöttin Ištar. Zusammen mit Adonis, Osiris und Attis wurde er als ewig sterbender und wieder auferstehender Gott verehrt.
Ein in neobabylonischer Fassung überlieferter Text aus der Seleukidenzeit (datiert auf den 16. September 287 v. Chr.) verwendet das Thema der Klage Ištars um T. für eine politische Aussage, beschuldigt Bel, also Babylon, der Verwüstung von Sumer und Akkad und endet mit den Worten: „Beweine Nippur! Schweigen umgibt mich, die Himmel haben mich verhüllt, mein Thron wurde umgestürzt: Bel hat mir meinen Gefährten geraubt, meinen geliebten Gatten.“

Im sumerischen Fruchtbarkeitskult symbolisierte T. den Wechsel des Lebens in der Vegetation, spielte aber in der babylonisch-assyrischen Religion nur eine beiläufige Rolle.

Lit.: Jacobsen, Thorkild: Toward the Image of Tammuz. History of Religions 1/2 (1962), 189-213; Lambert, W.G.: A Neo-Babylonian Tammuz Lament. Journal of the American Oriental Society 103 (1983) 1 (Studies in Literature from the Ancient Near East by Members of the American Oriental Society, dedicated to Samuel Noah Kramer, 211-215); Fritz, Michael M.: „– und weinten um Tammuz“: die Götter Dumuzi-Amaʾušumgalʾanna und Damu. Münster: Ugarit-Verlag, 2003.
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