Tamariske

(Tamarix spp.), Pflanzengattung aus der Familie der Tamariskengewächse (Tamaricaceae), die ca. 55 bis 90 Arten umfasst. Das Verbreitungsgebiet betrifft den Mittelmeerraum, Asien bis in das nördliche China sowie die Trockengebiete im nördlichen Afrika. Der weibliche Baum oder Strauch der T. galt in China als Unsterblichkeitssymbol und sein Harz daher als lebensverlängernde Droge.
In Ägypten glaubte man, dass sich die Seele von Osiris in einer T. aufhalte. So überschattete eine T. auch sein mutmaßliches Grab. Generell waren Gräber oft von T.n umgeben.
In der griechischen Antike verkörperte die T. Schönheit, Anmut und Jugend sowie neues Wachstum und war daher der Aphrodite geweiht. Die relativ lange Blütezeit brachte der Pflanze den Ruf der Unsterblichkeit ein. Die gallapfelähnlichen Früchte lieferten den Rohstoff für Manna, ein begehrtes Räucher- und Heilmittel.
Bei den Medern und Skythen hielten die Magier Zweige der T. in Händen, während sie wahrsagten. Die alten Hebräer trafen sich unter T.n zum Gericht.
Plinius hingegen ließ kein gutes Haar an der T. Sie habe im Götterkult nichts zu suchen, da sie keine essbaren Früchte trage. Schließlich wurde sie noch mit Betrug und Täuschung in Verbindung gebracht. So verordnete der antike Gesetzgeber Charondas auf Sizilien, dass alle Verleumder und Halunken einen T.nkranz tragen sollten, um sie gleich an ihrer Gesinnung zu erkennen.

Lit.: Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. Baden/München: AT Verlag, 2007.
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