Tabula Bembina

Im Turiner Museo dellʼUniversità aufbewahrte, mit der thronenden Isis und anderen ägyptischen Göttern in Silbereinlage bedeckte Bronzeplatte, die 1527 in den Besitz des italienischen Humanisten und Kardinals Pietro Bembo (1470-1547) gelangte. Im 19. Jh. glaubte man, hinter den Figuren der Tafel verberge sich ein geheimes Wissen ägyptischer Priester. So sah Eliphas Lévi in ihr den wichtigsten Schlüssel zum kabbalistischen Verständnis des Tarot und hielt sie für eine modernere Vision des Buches Thot. Sein englischer Kollege William Wynn Westcott glaubte sie von einem Isispriester geschaffen. Sie enthalte kosmogonische und astrologische Geheimnisse, die nur von Eingeweihten verstanden werden könnten.
Neuere Forschungen lassen hingegen vermuten, dass die T. B. höchstwahrscheinlich römischen Ursprungs ist.

Lit.: Wissende, Eingeweihte und Verschwiegene: Esoterik im Abendland. Zentralbibliothek Zürich, 1986.
Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.