Tabak

Gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Das indianische Wort bezeichnet ursprünglich nicht das Blatt der Pflanze Nicotiana tabacum, sondern das Rauchrohr in Form eines Y, mit dem man den Rauch einzog (indianisch tabaco = lange Röhre). Der wissenschaftliche Name der Tabakpflanze ist nach dem Arzt Jean Nicot gewählt, der diese 1560 von Amerika nach Frankreich schicken ließ.
Der echte T. wurde ursprünglich in Mexiko und Peru kultiviert und entstand vermutlich durch Kreuzung. Er ist die in Mittel- und Südamerika wichtigste und meistbenutzte Schamanenpflanze und dient zur Erzeugung ekstatischer Zustände, für Krankenheilungen (durch Rauchanblasen), als Opfergabe und zur Besiegelung von Verträgen.
Die mit dem T.rauchen verbundene Steigerung des Lebensgefühls führte vermutlich dazu, dass dem T. magische Kraft zugeschrieben wurde. In der durch T. induzierten Ekstase kommuniziert der Schamane mit übermenschlichen Mächten. Die Maya-Schamanen drehen Zigarren aus T.blättern und anderen Substanzen und rauchen diese für Divinationen und Diagnosen. Die Mischung gilt auch als luststeigerndes Aphrodisiakum. Je nach Zubereitung und Dosierung kann der T. aphrodisisch oder anaphrodisisch genutzt bzw. empfunden werden.

Lit.: Rätsch, Christian: Schamanenpflanze Tabak. Bd. 1: Kultur und Geschichte des Tabaks in der Neuen Welt. Solothurn: Nachtschatten Verlag, 2002.
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