Vermischung verschiedener Religionen oder religiöser Elemente (z.B. des christlichen Glaubens und der Seelenwanderungslehre), insbesondere Verschmelzung und Identifizierung verschiedener Gottheiten (z.B. Christus und Krishna). Während der Begriff S. in der Religionswissenschaft wertneutral verwendet wird, bezeichnet er in der traditionellen Theologie einen vom christlichen Standpunkt aus illegitimen Vorgang, der die Eindeutigkeit der christlichen Lehre und Gottesverehrung in Frage stelle.
Erasmus von Rotterdam verwendete den von Plutarch übernommenen Begriff 1519 für fremde Einflüsse im Christentum, die er als Bereicherung erachtete. Im Rahmen theologischer Dispute im Protestantismus erhielt der Ausdruck dann einen negativen Beigeschmack, weil er als Synonym für die Verfälschung des Evangeliums angesehen wurde, was auch in der Kolonial- und Missionsepoche galt. Mission als eine Form der Religionsbegegnung ist häufig von synkretistischen Prozessen begleitet.
Meistens ist mit S. die Überlagerung stammesreligiöser Konzepte durch christliche Inhalte gemeint, wie sie z.B. im lateinamerikanischen Katholizismus sichtbar wird.
Lit.: Wörterbuch der Völkerkunde. Begründet von Walter Hirschberg. Berlin: Dietrich Reimer, 1999; Auffahrt, Christoph/Kippenberg, Hans G./Michaels, Axel (Hrsg.): Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Kröner, 2006.