Symbol

(Griech. symbolon, „Zusammengeworfenes“), umgangssprachlich Synonym für „Zeichen“, ursprünglich einzwischen Freunden vereinbartes Erkennungszeichen, z.B. die Hälften eines zerbrochenen Ringes.
Etymologisch verweist der Begriff S. auf zwei Teile eines Ganzen. Das „Symbolon“ soll Sichtbares und Unsichtbares, Irdisches und Himmlisches „zusammenwerfen“. Das Gegenteil ist das „Diabolon“, das im Wort „diabolisch“ steckt und in den romanischen Sprachen mit dem Teufel zu tun hat, der den Menschen von seinem Schöpfer trennt.
Das S. vertritt das von ihm Repräsentierte sinnbildhaft und ermöglicht so die sinnliche Wahrnehmbarkeit abstrakter Ideen oder geistiger Inhalte. Hierbei spielt die Interpretation eine gewichtige Rolle. Jeder interpretiert ein S. nach dem Stand seiner Erkenntnis. So ändert sich nicht das S. im Laufe des Lebens eines Menschen, sondern dessen Interpretation durch den Menschen.
In den Religionen und in esoterischen Zirkeln sind S.e oft Hinweise auf etwas nur dem Eingeweihten Bekanntes. Bei Sigmund Freud stehen S.e für etwas Konkretes; oft „verdecken“ sie Wünsche, die nicht bewusst werden sollen. Für C.G. Jung hingegen werden im S. Tendenzen sichtbar, die einen bestimmten, noch nicht erkennbaren Zweck verfolgen und sich daher nur durch Analogien ausdrücken können.
In Alchemie, Astrologie, Freimaurerei, esoterischen Gesellschaften und ihren Lehren spielen S.e eine tragende Rolle. Sie können sich auch von der Art eines Archetypus als psychische Projektionen paranormaler Art manifestieren, z.B. in Träumen, Visionen, Spukerlebenissen. S.e können in der ASW auftreten und ebenso bei Psychokinese-Phänomenen. Als häufig berichtetes Phänomen in diesem Zusammenhang sei der Spiegel angeführt, der bei einem Todesfall zerspringt.

Lit.: Zahlner, Ferdinand: Kleines Lexikon der Paranormologie. Hrsg. Andreas Resch. Abensberg: Verlag Josef Kral, 1972; Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Priesner, Klaus/Figala, Karin: Alchemie (Hrsg.): Lexikon einer hermetischen Wissenschaft. München: Beck, 1998.

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