Super illius specula

(Über dessen Spiegel), berühmte Bulle des magiegläubigen Papstes Johannes XXII. aus dem Jahr 1326, in der er zur Verfolgung von Zauberei und Ketzerei aufrief. Hier finden sich erstmals die fünf Hauptdelikte, die man den Hexen zum Vorwurf machte: Schadenzauber, Hexenflug, Teilnahme am Hexensabbat, Buhlschaft mit dem Teufel sowie der Teufelspakt, der an erster Stelle rangiert:

„Wie wir zu unserem Schmerz feststellen, schließen nicht wenige ‒ nur dem Namen nach ‒ Christen mit dem Tod ein Bündnis und mit der Hölle einen Pakt, denn sie opfern den Dämonen, beten sie an, fertigen auf magische Weise Bilder, einen Ring, Spiegel oder Glas oder etwas anderes an oder lassen sie anfertigen, um darin die Dämonen zu beschwören. Sie verlangen und erhalten von ihnen Antworten und fordern zur Erfüllung ihrer bösen Absichten Hilfe, für die abscheulichsten Dinge leisten sie einen abscheulichen Dienst, wehe! Diese pestbringende Krankheit hat nach und nach immer mehr die Herde Christi befallen.“ (Hansen, Quellen und Untersuchungen, S. 5f.)

 Im 14. Jh., das von Naturkatastrophen und dem Ausbruch der Pest gebeutelt wurde, fielen solche Behauptungen bei den ohnehin verunsicherten Menschen auf fruchtbaren Boden. Den Sündenbock für alles Unglück fand man u.a. in den Hexen, denen man die Schuld für das, was man sich auf natürlichem Weg nicht erklären konnte, in die Schuhe schob.

Lit.: Hansen, Joseph: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexen Verfolgung im Mittelalter. Bonn, 1901.

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