Sunamitismus

Eine bis in die Renaissance angewandte „Therapieform“ gegen männliche Altersschwäche und nachlassende Potenz. Dabei legte sich ein alternder, schwacher Mann zu einem jungen, aber bereits geschlechtsreifen Mädchen ins Bett, ohne Geschlechtsverkehr mit ihm zu haben.
Ein besonderes Beispiel dieser Art findet sich im Alten Testament, wo berichtet wird, dass der hochbetagte König David durch die Pflege der jungen, schönen Abischag von Schunem wieder zu Kräften kommen sollte. „Sie pflegte den König und diente ihm; doch der König erkannte sie nicht“ (1 Kön 1,4). Es handelt sich hier um eine psychische und bioenergetische Vitalitätsstärkung im Sinne einer Energotherapie.

Lit.: Cohausen, Johann Heinrich: Der wieder lebende Hermippus, oder curioese physicalisch-medicinische Abhandlung (1750); Schäfer, Daniel: Alter und Krankheit in der Frühen Neuzeit: der ärztliche Blick auf die letzte Lebensphase. Frankfurt/M.: Campus, 2004.
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