Sulzer, Jakob-Georg

(* 09.05.1844; † 29.12.1929), Schweizer parapsychologischer Autor, widmete sich aufgrund seiner spiritistischen Erfahrungen der Erforschung des Jenseitsproblems. Evangel.-reformiert, aufgewachsen in Winterthur, besuchte das Gymnasium in Zürich, wirkte dort als Jurist, mit 37 Jahren Oberrichter in Zürich und langjähriger Kassationsgerichtspräsident. Als Medienforscher studierte S. 28 Jahre hindurch zahlreiche Schreib- u. Sprechmedien, hatte aber auch eigene paranormale Erlebnisse und war Mitglied eines spiritistischen Vereins in Zürich. Als 61-Jähriger trat S. ‒ bedingt durch den Prozess gegen das Blumen-Apportmedium Anna Rothe, für die er in Zürich und Berlin als Zeuge aussagte ‒ von seinem richterlichen Amt zurück und widmete sich fortan literarisch und durch Vortragstätigkeit der Verbreitung des Spiritismus, mit dem er sich seit 1897 beschäftigt hatte.
S. schrieb auch über die Bedeutung der parapsychologischen/spiritistischen Forschung für die christliche Religion, indem er im Hinblick auf die Rückkehr der Menschen zum christlichen Glauben für eine Vereinbarkeit von Okkultismus und Christentum eintrat.

W.: Aufschluss über Spiritismus (1900); Moderne Prophetie (1901); Die Bibelchristen als Bekämpfer des Spiritismus und der christlichen Theosophie (1903); Die Bedeutung der Wissenschaft vom Übersinnlichen für Bibel und Christentum (1907); Bleibet Christen! (1910); Die religiöse Not unserer Zeit und der Spiritismus (1913); Licht und Schatten der spiritistischen Praxis (1913); Die Besessenheitsheilungen Jesu (1921); Truggeister und andere irreführende oder schädigende Einflüsse aus dem Jenseits (1924).
Lit.: Locher, Theo: Parapsychologie in der Schweiz gestern und heute, hrsg. von der Schweizerischen Vereinigung für Parapsychologie zu ihrem 20-jährigen Jubiläum. Biel, 1986, S. 27-36.

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