Sudbrack, Josef

(* 08.01.1925 Trier; † 15.07.2010 Köln), röm.-kathol. Theologe, Mitglied des Jesuitenordens, Mystikforscher.
Eine schwere Verwundung im Zweiten Weltkrieg bescherte S. eine lebenslange Gehbehinderung. 1945 Eintritt in den Jesuitenorden, nach dem Ordensstudium Promotion 1963 in Bonn, Habilitation 1973 in Innsbruck, dort dann Dozent für Geistliche Theologie.
Von 1979 bis 1986 hatte S. die Schriftleitung der Zeitschrift Geist und Leben inne. 1987 gründete er gemeinsam mit dem evangelischen Theologen Wolfgang Böhme die „Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik“. Bei dem Psychotherapeuten und Zen-Lehrer Karlfried Graf Dürckheim kam er mit der meditativen Übung des Zazen in Berührung, was ihn nach eigener Aussage zu einer tiefen All-Einheits-Erfahrung führte.
S.s Bestreben war es, die christliche Mystik mit dem christentumsübergreifenden Phänomen der Mystik in einen Dialog zu bringen.

W. (Auswahl): Mystik im Dialog: christliche Tradition, ostasiatische Tradition, vergessene Traditionen. Würzburg: Echter, 1992; Hildegard von Bingen: Schau der kosmischen Ganzheit. Würzburg: Echter, 1995; Religiöse Erfahrung und menschliche Psyche: zu Grenzfragen von Religion und Psychologie, von Heiligkeit und Krankheit, von Gott und Satan. Mainz: Matthias-Grünewald, 1998.
Lit.: Imhof, Paul (Hrsg.): Gottes Nähe: religiöse Erfahrung in Mystik und Offenbarung. Festschrift zum 65. Geburtstag von Josef Sudbrack. Würzburg: Echter, 1990.

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