(* 05.01.1548 Granada; † 25.09.1617 Lissabon), bedeutender spanischer Jesuit, Vertreter der Spätscholastik, baute stark auf Thomas von Aquin auf, entwickelte jedoch eigene metaphysische und ethische Positionen. Nach juristischen, philosophischen und theologischen Studien in Salamanca wirkte er als Prof. für Philosophie und Theologie an verschiedenen spanischen Universitäten und Hochschulen sowie ab 1580 am Collegium Romanum in Rom, von wo aus er fünf Jahre später aus gesundheitlichen Gründen nach Alcalá wechselte.
Zu seinen wichtigsten Werken zählen Metaphysicarum Disputationum, De Anima und De Legibus.
S. entwickelte auch eine Dämonenlehre, die eng mit seiner Engelslehre (De Angelis) verbunden ist. Für ihn sind Dämonen gefallene Engel mit natürlicher Intelligenz und Macht, jedoch willentlich dem Guten abgeneigt. Bezeichnend ist ihre absolute Verstocktheit im Bösen, was S. als göttliche Strafe definiert. Aufgrund des Sündenfalls haben sie die Freiheit zum moralisch Guten verloren und können nur mehr zwischen verschiedenen Übeln wählen. Ihre Verdammnis ist nicht rückgängig zu machen. S. glaubt auch an eine Ordnung bzw. Hierarchie unter den Dämonen, an deren Spitze Luzifer steht. Er sieht in ihnen Wesen, die Menschen aktiv in die Irre führen, um die Absichten Gottes zu sabotieren.
Lit.: Schöndorf, Harald: Die Metaphysik des Francisco Suárez, in: Janez Perčič/Johannes Herzgsell (Hrsg.): Große Denker des Jesuitenordens. Paderborn: F. Schöningh, 2016, S. 13-25.