(Skrt., aufhäufen, ansammeln; Pali thupa oder tope), buddhistisches Reliquiendenkmal, das Buddha selbst und seine Lehre, den Dharma, symbolisiert.
In uralten Zeiten war der St. ein länglicher Stein- oder Erdhügel, der über den Überresten einer toten Person errichtet wurde. Später setzten die Inder einen Stab (eventuell bereits mit Schirm) in den Mittelpunkt einer Halbkugel und bestatteten dort die nach der Leichenverbrennung verbliebenen Knochen- und Zahnreste. Den Stab verstand man als Verbindung zum Zentrum des Universums, das alle Energie sammle und die Geburt allen Lebens beeinflusse.
Im frühen Buddhismus wurden dann in einem St. Reliquien des Buddha und später von herausragenden Mönchen (arhats) aufbewahrt. So wurde der St. zum rituellen Zentrum der Buddha- und Arhatverehrung.
Nicht jeder St. birgt jedoch Reliquien im eigentlichen Sinn. Zuweilen werden an deren Stelle im Innern des St. auch heilige Texte, Bildwerke u.Ä. verwahrt, die dem Bauwerk die sakrale Substanz verleihen, und manchmal sind St.s auch nur reine Symbolbauten.
Seit dem 2. Jh. v. Chr. entwickelte sich in Sri Lanka aus dem St. die Dagoba, in Myanmar die Paya, in Thailand die Chedi, die auf der singhalesischen Dagoba fußt. Daraus ergab sich in Laos der That.
In Ostasien führte die Entwicklung der St. zur Pagode und erreichte damit den Höhepunkt.
Lit.: Govinda, Lama Anagarika: Der Stupa: psychokosmisches Lebens- und Todessymbol. Freiburg i.Br.: Aurum, 1978; Kottkamp, Heino: Der Stupa als Repräsentation des buddhistischen Heilsweges: Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung architektonischer Symbolik. Wiesbaden: Harrassowitz, 1992; Glauche, Johannes W.: Der Stupa: Kultbau des Buddhismus. Köln: DuMont, 1995.