(Lat. striga, Hexe, Vampir), rumänische Hexenmeister, die angeblich mit einem „Helm“ zur Welt kamen, mit dem sie sich, nachdem sie erwachsen waren, bekleideten und unsichtbar wurden. Sie seien mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, könnten in versperrte Häuser eindringen, würden Trockenheit und bei Mensch und Tier Epidemien hervorrufen, die Milch der Kühe absaugen und in erster Linie Unglück bringen. Sie könnten sich auch selbst in verschiedene Tiere verwandeln und würden in manchen Nächten, bevorzugt um den St. Georgs- und den St. Andreas-Tag, ausströmen. Wieder zu Hause, drehen sie sich dreimal um die eigene Achse und nehmen wieder Menschengestalt an. Sobald sie ihren Körper verlassen, nehme ihre Seele Besitz von einem Pferd, einem Besen oder einer Tonne. So versammeln sie sich außerhalb der Dörfer auf einem Feld, wo sie erneut Menschengestalt annehmen und sich untereinander mit einem Knüppel, einer Hacke oder einer Sense zu streiten beginnen, um schließlich unter Tränen zu einer allgemeinen Versöhnung überzugehen. Überstrapaziert, bleich und unwissend, was ihnen widerfahren ist, kehren sie zurück und fallen in einen tiefen Schlaf.
Über den Sinn und das Ziel der nächtlichen Kämpfe ist nichts bekannt. Man zieht die benandanti, das Wilde Heer und den in Zentral- und Osteuropa allgemein verbreiteten Zug der Toten als Vergleich heran, doch gibt es erhebliche Unterschiede. Auf jeden Fall verweist das Beispiel der rumänischen St. auf ein vorchristliches Schema, das sich in allen Religionen Europas findet und auf den Traumreisen und einem ekstatischen rituellen Kampf fußt.
Lit.: Eliade, Mircea: Geschichte der religiösen Ideen, Bd 3/1: Von Mohammed bis zum Beginn der Neuzeit. Freiburg i.Br./Basel/Wien: Herder, 1990, S. 223/24.