Strahlungshypothese

Sammelbegriff für alle Erklärungsmöglichkeiten der paranormalen Informationsübertragung (Telepathie) mittels Wellen oder Strahlen. In der Parapsychologie wurden mehrfach St.n formuliert, d.h., es wurde der Versuch unternommen, z.B. ASW und/oder PK durch Annahme eines Energietransports im physikalischen Sinn zu verstehen.
Viele glauben, mit der sog. St. alle paranormalen Erscheinungen (Hellsehen, Telepathie, Telekinese, Tele-Radiästhesie) erklären zu können. Nach dieser Auffassung ist jedes Atom, jede lebende Zelle, besonders aber das Nervensystem und das menschliche Gehirn eine Art Kurzwellensender, und der Rutengänger, Pendler, Hellseher und Telepath käme Radioapparaten gleich, welche die auf sie einwirkenden Kurzwellen aufnehmen und auf ihre Art wiedergeben.
Die St. versagt jedoch auf der ganzen Linie, wenn
Prophetie zur Diskussion steht. Sie allein widerlegt schon die Radiohypothese als Schlüssel sämtlicher parnormalen Phänomene. Die Tatsächlichkeit von Prophetie lässt sich heute nicht mehr leugnen. Für ihre Existenz sprechen nicht nur die vielen erfolgreich durchgeführten präkognitiven Platzexperimente mit Gerard Croiset und Pascal Fortuny, sondern auch die zahlreichen Untersuchungen von Spontanfällen, wie Träume usw. Von der Psychometrie wird die Radiohypothese ebenso widerlegt.
Auch Hans Bender lehnt die St. unter Berufung auf J.B. Rhine und Hans Driesch ab. Das trifft genauso auf Hans-Hermann Kritzinger zu, der vom Gedanken der vierten Dimension ausgeht und zeigt, dass ein Großteil der paranormalen Phänomene erst durch das Aufgeben der üblichen Raum-Zeit-Vorstellung verstehbar wird.

Lit.: Resch, Andreas: Das Menschenbild und die Wissenschaft, in: Ders.: Welt- und Menschenbilder (Reihe R; 12). Innsbruck: Resch, 2018, S. 183-197, hier: 190-191.
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