(Engl. stolisomancy), Kleidungswahrsagung. Beim Anlegen der Kleidung werden verschiedene Umstände als zukunftsdeutend aufgefasst. So gilt es als Zeichen eines bevorstehenden Missgeschicks, wenn man den linken Strumpf oder Schuh zuerst oder ein Kleidungsstück verkehrt anzieht ‒ was schon im Altertum ein weitverbreiteter Aberglaube war. Kaiser Augustus einmal durch einen Militäraufstand in arge Bedrängnis geraten sein, nachdem er morgens den linken Schuh zuerst angezogen hatte.
Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens, Bd. 8. Berlin u.a.: Walter de Gruyter, 1987.