Schon die Siegel der frühdynastischen Zeit Mesopotamiens zeigen St.en in Mischgestalt in mannigfachen Variationen: zu menschlicher Haltung aufgerichtete Stiere mit nahezu menschlichem, jedoch von Hörnern gekröntem Antlitz; Menschenleiber mit aufgesetztem Stierkopf (z.B. Minotaurus); Stiere in reiner Tiergestalt, aber in menschlicher, d.h. aufrechter Haltung.
Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde der St. offensichtlich als gutartiger, beschützender Dämon verstanden, der häufig mit einem Speer in der Hand dargestellt ist. In dieser Funktion findet er sich als Statue oder auf Reliefs an Eingängen oder innerhalb von Gebäuden. In mythologischen Texten hingegen treten St.en häufig als Gegenspieler der Götter auf.
Lit.: Mode, Heinz: Fabeltiere und Dämonen: die Welt der phantastischen Wesen. Leipzig: Koehler & Amelang, 2005.