Sterzinger, Ferdinand

(* 24.05.1721 auf Schloss Lichtwerth/Nordtirol; † 18.03.1786 München), kath. Theologe, Jurist, Historiker; Studium am Jesuitengymnasium in Innsbruck, 1740 Eintritt in den Konvent St. Kajetan der regulierten Theatiner in München, 1744 Priesterweihe. Weitere Studien in Rom und Bologna; 1750 Lektorat für Moraltheologie in Prag und für Philosophie in München, wo er bis zum Lebensende blieb. S. war Direktor der Historischen Klasse der kurbayerischen Akademie der Wissenschaften. Eines seiner Verdienste liegt in seinem aufklärenden Beitrag zur Beendigung der Hexenprozesse in Bayern als Folge seines öffentlichen akademischen Festvortrags über die „Gemeinen Vorurteile der wirkenden und thätigen Hexerey“ am 13.10.1766. Publizistischer Kritiker von J.J. Gassner, doch waren auch S.s zahlreiche Schriften teils nicht frei von Polemik.

W.: Von dem gemeinen Vorurteil der wirkenden und tätigen Hexerei. München, 1766; Betrügerische Zauberkunst und träumende Hexerei. München, 1767 (gegen die polemischen Schriften von P. Agnellus Merz und Angelus März vom Kloster Scheyern); Aufgedeckte Gaßnerische Wunderkuren, aus authentischen Urkunden beleuchtet und durch Augenzeugen bewiesen. München/Augsburg, 1774/75, 2. Aufl. 1776; Geister- und Zauberkatechismus. München, 1783; Bemühungen, den Aberglauben zu stürzen. München, 1785; Die Gespenstererscheinungen, reine Phantasie oder Betrug? Durch die Bibel, Vernunftlehre und Erfahrung bewiesen. München, 1786.
Lit.: Fieger, H.: P. Don Ferdinand Sterzinger. München, 1907; Hammermayer, L.: Ferdinand von Sterzinger, in: Christenleben im Wandel der Zeit (hrsg. v. G. Schwaiger). München, 1987, S. 310-333.
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