Bezeichnet im Volksglauben die am Nachthimmel wahrgenommenen lautlos niederstürzenden Sternschwärme, gehören wissenschaftlich gesehen zu den Meteoren.
Andere Bezeichnungen für den St.nfall sind Sternschießen, Sternfahren, Sternschneuzen, Sternentanz oder Sternbutzet. Der Name Heerbrand geht auf den noch mythologische Elemente enthaltenden Glauben zurück, dass die St.n Drachen seien, die sich früher einmal auf Häusern niedergelassen hätten, wodurch unerklärliche Brände ausgelöst wurden. Der Ausdruck Laurentiustränen bezieht sich vor allem auf den St.nniedergang im August, wo die Erde durch den Perseidenschwarm, die Reste eines Kometen, geht. Die Benennung bezieht sich auf das angebliche Weinen des Himmels über das Martyrium des hl. Laurentius am 10. August 258 n. Chr.
Weit verbreitet ist die Meinung, dass St.n Glück brächten. So berichtet der Volksglaube davon, dass das, was man sich im Augenblick eines St.nschauers wünscht, in Erfüllung gehen werde. Dem stehen die Unglücksprophezeiungen gegenüber, die von Missgeschicken über Kriege bis hin zum Tod eines bestimmten Menschen reichen. Von christlichem Einfluss zeugt die Behauptung, dass beim Fall einer St. eine arme Seele erlöst werde.
In der Meteorologie wurde der St.nfall mit drohenden Unwettern in Verbindung gebracht. So ist im Centiloquium, einer Aphorismensammlung des griechischen Mathematikers und Astrologen Ptolemaios (100-178), die Rede von Stürmen, aber auch von Trockenheit sowie dem Einfall von Kriegsheeren.
Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens, Bd. 8. Berlin u.a.: Walter de Gruyter, 1987.