Eine Supernova, die im März des Jahres 5 vor Chr. im Sternbild des Adlers entdeckt worden war und fünf Monate lang sichtbar blieb, erregte in der römischen Provinz Syrien erhebliches Aufsehen. Der damalige Statthalter erklärte den neuen Stern zum Stern des Augustus und machte ihn als solchen auf seinen Münzprägungen bekannt. Vier Jahrzehnte später stellten die Christen Antiochiens fest, dass sich der Stern seinen irdischen Betrachtern genau in dem Monat entzogen hatte, in welchem Maria ihren Sohn Jesus empfing. Als ein von Gott selbst gesetztes kosmisches Zeichen, das der Ankunft Jesu Christi unmittelbar vorausging, ist die Supernova des Jahres 5 vor Chr. nicht nur in den Kindheitserzählungen des Matthäus und Lukas, sondern sogar im Prolog des Johannesevangeliums präsent.
Auch aus chinesischen und koreanischen Aufzeichnungen ist bekannt, dass im Jahre 5 v. Chr. eine Nova aufleuchtete: „Im 2. Jahr, 2. Monat der Regierungszeit des Ch’ien P’ing erschien ein Hui-Hsing siebzig Tage lang über Ch’ienniu.“ Und in der Geschichte der drei Königreiche aus den Anfängen Koreas ist zu lesen: „Im 54. Jahr, zweiten Monat des Hyokose Wang erschien ein Po-Hsing über Ho-Ku“, d.h., es liegen Beobachtungen einer Nova vor.
Lit.: Lexikon der Astrologie: präzise Informationen über Begriffe der Astrologie ‒ Astronomie (Astrophysik) ‒ Magie ‒ Kosmologie. Erarbeitet von Udo Becker. Freiburg i.Br.: Herder, 1981; Schmidt, Josef: Der Stern von Bethlehem als Supernova des Jahres 5 vor Christus (zu Mt 1,1-2,18; Lk 1,26-2,20 und Joh 1,3-5). Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 64 (2015) 4, 329-350.