Stella Matutina

(Lat., Morgenstern). Nach Austritt etlicher Mitglieder aus dem Hermetic Order of the Golden Dawn (G. D.) gründete der zeremonielle Magier Robert William Felkin 1903 die S. M. als Nachfolgeorganisation der G. D. Der Rest der Mitglieder arbeitete unter dem Okkultisten A.R. Waite zunächst in der G. D. weiter. Nach Angaben ehemaliger Mitglieder der S. M. wurde dort hauptsächlich Kundalini-Yoga betrieben, außerdem Eurythmie, Meditation, Symbolik, Hellsehen, Hellhören usw. Der Londoner Tempel der S. M. nannte sich „Amoun“. Zu den berühmtesten Mitgliedern gehörte der Schriftsteller William Butler Yeats.
Ursprünglich wollte die S. M. die Lehren des G. D. übernehmen und auf einem spiritualistischen Niveau weiterentwickeln, weshalb man spiritistische Geisterzitationen vornahm. 1910 kam Felkin in Berlin mit Rudolf Steiner in Kontakt, führte daraufhin etliche Mitglieder seines Ordens der Anthroposophischen Gesellschaft zu und bezog aus Steiners Werk einige seiner Lehren.
1918/19 kam die Ansicht auf, dass es sich bei der S. M. um eine satanistische Organisation handle, weshalb der Amoun-Tempel geschlossen wurde. Der neuseeländische Zweig mit dem von Felkin gegründeten Tempel Smaragdine Thalasses war noch bis 1978 aktiv.

Lit.: Frick, Karl R.H.: Licht und Finsternis, Teil 1: Ursprünge und Anfänge. Graz: ADEVA, 1975; ders.: Licht und Finsternis, Teil 2: Geschichte ihrer Lehren, Rituale und Organisationen. Graz: ADEVA, 1978.

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