Steine, heilige

Standen bei vielen Religionen und Kulturen schon früh im Zentrum kultischer Riten und waren Gegenstand der Verehrung. Besondere Aufmerksamkeit zogen außergewöhnliche Steinformationen auf sich. Sie wurden als Orte erfahren, an denen übermenschliche Mächte gegenwärtig waren. So bildet beispielsweise ein Meteor den Mittelpunkt des wichtigsten islamischen Heiligtums, der Kaaba. In Phalluskulturen werden heilige S. mit Fruchtbarkeit in Zusammenhang gebracht. In West- und Zentraleuropa finden sich vielerorts Menhire als stumme Zeugen verschwundener Religionen keltischer Megalith-Kulturen. Masseben, Dolmen und Stelen dienten häufig der Totenerinnerung. Als Opfer- und Ahnenaltäre sind heilige S. vielfach Begegnungsort mit der Welt der Transzendenz.

Lit.: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 9. Freiburg i.Br. u.a.: Herder, 2000.

Setze ein Lesezeichen für den Permalink.