Stein

Wegen seiner Härte und oft sonderbaren Form und Herkunft ein Symbol außerirdischer Mächte und zudem mit Fruchtbarkeitsvorstellungen (Phallusstein) und Ahnenkult (Menhire) verbunden.
Verschiedene Mythen erzählen von der Geburt aus einem S. oder Fels, z.B. beim Gott Mithras.
In altsemitischer Zeit galten heilige S.e als Behausung einer Gottheit und wurden mit Blut oder Öl eingerieben.
Das AT wendet sich gegen den Steinkult: „Niemals soll geschehen, was euch eingefallen ist, als ihr sagtet: Wir wollen wie die anderen Völker sein, wie die Völkerstämme in anderen Ländern, und wollen Holz und Stein verehren“ (Ez 20,32). Es kennt andererseits den S. aber auch als Gottes Haus (Beth-El).
Die ägyptische Stadt Heliopolis besaß einen kegelförmigen S.fetisch (Benben), der als Erscheinungsform des Urgottes Atum verehrt wurde. Ein S. war auch Kultsymbol der Göttin Kybele. Ein Feuerstein repräsentierte den Jupiter Lapis. Der griechische Hermes (etymolog. hermaion, Steinhaufen) wurde in älterer Zeit in S.anhäufungen und S.pfeilern verehrt.
Wegen der Unverrückbarkeit können S. und Fels zum Symbol der heiligen Mitte werden: Schwarzer S. der Ka’aba in Mekka, Stone of Scone im englischen Krönungsstuhl.
Der Felsenapostel Petrus ist Sinnbild für die Unerschütterlichkeit des wahren Glaubens (Mt 16,18). Der von den Menschen verworfene Christus wurde zum Eckstein der Kirche (Apg 4,11). S.e als Symbol der Verhärtung des Herzens kommen in Ez 11,19 zur Sprache: „Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz aus Fleisch.“
In dem bei Christi Auferstehung vom Grab weggewälzten Stein erblickt man die von der Menschheit genommene Sündenlast.
Eine besondere Bedeutung hat der S. nicht zuletzt in der Alchemie, wo er als „Stein der Weisen“ das erstrebte Endprodukt langwieriger Wandlungsprozesse darstellt. Als freimaurerisches Symbol spielt der Edelstein eine besondere Rolle.
Der Gebrauch von S.en. als magische Mittel ist einerseits auf deren harte, feste und schwere Substanz zurückzuführen. Andererseits verdanken manche Steine ihre vielfältige magische Verwendung ihrer unterschiedlichen Farbe.

Lit.: Schützinger, Caroline: Evidenz-Erlebnis: Offenbare Geheimnisse der Natur oder: Signaturen des Logos in der Schöpfung, in: Andreas Resch: Psyche und Geist (Imago Mundi; 10). Innsbruck: Resch, 1986, S. 359-394; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.

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