Stein von Rosette

1799 nahe dem Ort Raschid (Rosette) an der ägyptischen Mittelmeerküste von französischen Soldaten ausgegrabenes Basaltbruchstück (heute im British Museum in London), das mit einem dreisprachigen Text beschrieben ist. Der Stein zeigt ein Dekret über den Kult des regierenden Königs in den ägyptischen Tempeln, das eine Priestersynode anlässlich der Krönung von Ptolemaios 196 v. Chr. in Memphis erlassen hatte. Die drei Sprachen sind: Hieroglyphen als die „Sprache der Götter“, das für Alltagszwecke davon abgeleitete Demotisch und Griechisch als die Sprachen der beiden wichtigsten Bevölkerungsgruppen. Diese Dreisprachigkeit ermöglichte schließlich zwischen 1822 und 1824 die Entzifferung der Hieroglyphen durch den französischen Ägyptologen Jean-François Champollion (1792-1832). Maßgeblichen Anteil daran hatten auch die umfangreichen Vorarbeiten des Universalgelehrten Athanasius Kircher (1602-1680) in seinem Oedipus Aegyptiacus sowie seine Arbeiten zur koptischen Sprache.

Lit.: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 11. Hrsg. v. Hubert Cancik u. Helmuth Schneider. Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler, 2000; Art. Athanasius Kircher (1602-1680), in: Andreas Resch: Welt- und Menschenbilder (Reihe R; 12). Innsbruck: Resch, 2018, S. 135-154, hier: 135-139.

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