Auch Steganografie (griech. steganós, bedeckt, verborgen; graphía, Schrift), Geheimschrift, Kunst der verborgenen Übermittlung von Informationen.
Schon in der Antike wurden Geheimschriften zu diplomatischen, medizinischen oder magischen Zwecken benutzt. Cäsar z.B. verwendete für seine geheimen Briefe eine Schrift, die jeden Buchstaben durch den vierten ihm folgenden ersetzte.
Das Judentum entwickelte ebenso eine Reihe solcher Schriften.
Das Mittelalter entwickelte neue Systeme, darunter die von Hrabanus Maurus (780-856) erwähnte kryptographische Schrift, die durch Punkte die Vokale ersetzte.
Eine Art Geheimschrift bildeten auch die Buchstabenreihen des Benediktus- und Zachariassegens sowie ähnlicher Amulette. Sie wurden aus den Anfangsbuchstaben ganzer Sätze zusammengestellt und sind aus dem Brauch von Abbreviaturen hervorgegangen.
In den Bereich von Geheimschriften fallen nicht zuletzt die Gaunerzinken, mit denen Einbrecher Häuser markieren.
Durch ihre Verbindung mit der Magie waren die stenographischen Werke verdächtig und wurden zensuriert.
Der Begriff S. wurde durch das von dem Theologen Johannes Trithemius (1462-1516) im Jahre 1500 handschriftlich verfasste und 1606 in Frankfurt am Main gedruckte Werk Steganographia etabliert. Das Buch kam bereits 1609 auf den Index. Der Jesuit Adam Tanner verteidigte das Werk, was zu seiner Rehabilitierung führte.
Lit.: Johnson, Neil F./Durić, Zoran/Jajodia, Sushil: Information Hiding: Steganography and Watermarking – Attacks and Countermeasures. Berlin u.a.: Springer, 2001.