(* 14.02.1865 Krumbach/Schwaben; † 20.8.1933 Rom), kathol. Theologe, Chemiker, parapsychologischer Autor.
Nach dem Abitur 1884 Studium der Philosophie und Theologie an einem bayrischen Lyzeum, 1988 Stadtkaplan in Nördlingen, 1889 Studium der Zoologie und Chemie an der Univ. München und der dortigen Hochschule, 1894 Promotion in Chemie. Ab 1896 ao. Prof. an der phil.-theologischen Hochschule in Freising/D, 1907 o. Prof. Ab 1901 Selbstexperimente im Hinblick auf naturwissenschaftliche Erklärungen magischer Phänomene. Aufgrund nervöser Erkrankungen und Gewichtsverlust 1918 und 1920 Einweisung in die psychiatrische Klinik München, 1923 Versetzung in den Ruhestand. 1927 Übersiedlung nach Rom, wo S. 1933 in einem Krankenhaus verstarb.
Seine erste einschlägige Publikation, Experimentalmagie, erschien in den von Wilhelm Ostwald herausgegebenen „Annalen der Naturphilosophie“, Bd. 9 (1910), S. 329-367. S. dokumentierte in seinem Werk seine nicht ungefährlichen Eigenexperimente mit nachfolgender psychischer Dissoziation (Schizophrenie/mediumistische Psychose), die in den letzten Jahren seines Lebens ihre negativen Wirkungen zeitigten.
W.: Die Magie als experimentelle Naturwissenschaft. Leipzig, 1912, 2. Aufl. 1922, Darmstadt: Wiss. Buchges., 3. Aufl. 1968 (unveränd. Ndr.), Langen, 1982.
L.: Ahlenstiehl, Heinz: Ludwig Staudenmaier. Der Nervenarzt 20 (1949) 2, 73-76; ders.: Staudenmaiers Nachlass und römische Jahre. Nach Material von Gustav Richard Heyer. Der Nervenarzt 35 (1964) 7, 422f.; Hahn, Torsten/Person, Jutta/Pethes, Nicolas (Hrsg.): Grenzgänge zwischen Wahn und Wissen: zur Koevolution von Experiment und Paranoia. 1850-1910. Frankfurt a.M.: Campus, 2002.