Auf die Wahrscheinlichkeitslehre zurückgehende Erfassung und Auswertung von Häufigkeiten.
In der Parapsychologie begannen die statistischen Untersuchungen 1884 mit der Arbeit des französischen Physiologen Charles Richet (1850-1935), wenngleich sie echte Bedeutung erst mit den Arbeiten J.B. Rhines (1895-1980) in Durham erlangten. Ihre Aufgabe in der Parapsychologie ist die Prüfung von Zusammenhängen, die durch Korrelations- oder Kontingenzkoeffizienten ausgedrückt werden.
Während z.B. in der Medizin der Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebserkrankung als statistisch gesichert gilt, stoßen in der Parapsychologie gemachte statistikbegründete Aussagen zeitweise auf Misstrauen. Ausgehend von der Feststellung, es gebe sinnleere Signifikanzen bzw. Pseudobedeutsamkeiten (mathematische Illusionen), wurde behauptet, aus dem Grad der Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit einer Trefferfolge im ASW-Experiment dürfe kein Schluss auf die Existenz oder Nichtexistenz von Psi geschlossen werden.
Mittlerweile scheint sich die Position durchgesetzt zu haben, dass die Parapsychologie ihre quantitativen Ergebnisse vor dem Hintergrund qualitativer Erfahrung betrachten und werten muss.
Lit.: Bonin, Werner F.: Lexikon der Parapsychologie und ihrer Grenzgebiete. Bern/München: Scherz, 1976; Bender, Hans: Editorial: Statistik und Parapsychologie, Zeitschr. f. Parapsych. u. Grenzgeb. d. Psych. (1960).