Stabius, Johannes

(Ca. 1468-1522), Humanist aus Steyr in Oberösterreich, Naturwissenschaftler und Historiograf, wirkte zunächst an der Universität Ingolstadt als Prof. für Mathematik, wurde dann von dem Humanisten Konrad Celtis an die Universität Wien geholt. Der spätere Kaiser Maximilian I. ernannte St. zum „poeta laureatus“ und wegen seiner soliden Bildung zum „Historiographus und Mathematicus“. In dieser Eigenschaft wirkte er mehrere Jahre als wissenschaftlicher und literarischer Ratgeber des Kaisers. Seine bedeutendste Leistung erbrachte St. auf dem Gebiet der Kartografie mit der ersten flächentreuen Darstellung der Erdkugel. 1515 erschienen die Stabius-Dürer-Karte sowie die Sternkarten von Dürer, St. und dem Nürnberger Mathematiker und Astronom Konrad Heinfogel.
In den letzten Jahren seines Lebens befasste sich St., dem damaligen Usus entsprechend, viel mit Astrologie und soll mittels seiner Horoskope nicht nur das Todesjahr, sondern auch den Todestag einige Jahre vorher vorausgesehen haben.

Lit.: Biedermann, Hans: Handlexikon der magischen Künste. Graz: ADEVA, 1973; Größing, Helmuth: Johannes Stabius: ein Oberösterreicher im Kreis der Humanisten um Kaiser Maximilian, in: Mitteilungen des oberösterreichischen Landesarchivs, Bd 9. Linz, 1968, S. 239-264.

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