(Societas Rosicruciana in Anglia), gegründet zwischen 1860 und 1865 von dem Freimaurer Robert Wentworth Little (1840-1878), nahm nur Freimaurer ab dem 3. Grad auf. Aus der anfänglichen „Studiengruppe“ entstand unter dem Eindruck der „Gold- und Rosenkreuzer“ des 18. Jahrhunderts schließlich eine rituelle Rosenkreuzerorganisation mit Zweigniederlassungen in Schottland und in den USA. 1880 trat der Arzt und Mitbegründer des „Hermetic Order of the Golden Dawn“, William Wynn Westcott (1848-1925), der SRIA bei und wurde 1882 und 1892 ihr „Supreme Magus“. In seinem Buch History of the Societas Rosicruciana in Anglia gibt er einen guten Überblick über die SRIA, wobei er den Namen „Christian Rosencreutz“ als möglichen Gründer der Rosenkreuzer erwähnt.
1907 kam es bezüglich der Frage der Aufnahme von Nichtmaurern zu Streitigkeiten im amerikanischen Zweig, woraufhin sich dieser, der sich ebenfalls mit den Initialen SRIA abkürzt, abspaltete.
Die rosenkreuzerischen Inhalte der SRIA orientierten sich an der Kabbala, dem kabbalistischen Lebensbaum, den hebräischen Buchstaben, der Astrologie, der Theosophie, der Alchemie und bestimmten magischen Praktiken. Vermutlich war auch der Tarot bekannt.
Bemerkenswert ist die Nähe der SRIA zum Gradsystem der Gold- und Rosenkreuzer, wobei jedoch eine direkte Verbindung zwischen den beiden Systemen fehlt.
Lit.: Greensill, T.M.: A History of Rosicrucian Thought and of the Societas Rosicruciana in Anglia. Premier Metropolis, 2. Aufl. 2003; Lamprecht, Harald: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2004; Gnostika 11 (2007) 37, 67-68.